Die Embracer Group hat am 15. Februar 2024 ihren Zwischenbericht für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 veröffentlicht und einen Nettoumsatz von 12.050 Mio. SEK ausgewiesen. Das entspricht einem Plus von 4 Prozent gegenüber den 11.622 Mio. SEK des Vorjahresquartals. Das organische Wachstum lag dagegen bei minus 4 Prozent, das Umsatzplus speist sich also vor allem aus Akquisitionen und Wechselkurseffekten. Das berichtete Quartal umfasst die Monate Oktober bis Dezember 2023.
Das bereinigte EBIT stieg um 7 Prozent auf 2.150 Mio. SEK, die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich von 17 auf 18 Prozent. Der freie Cashflow belief sich auf 1.200 Mio. SEK. Getragen wurde das Quartal nach Angaben des Unternehmens insbesondere vom Tabletop-Geschäft rund um Asmodee mit 4.425 Mio. SEK (plus 7 Prozent) sowie vom Segment Entertainment & Services mit 2.604 Mio. SEK (plus 12 Prozent). Das PC/Console-Games-Segment ging auf 3.379 Mio. SEK zurück (minus 5 Prozent), das Mobile-Geschäft legte auf 1.642 Mio. SEK zu (plus 4 Prozent). Für das Gesamtjahr 2023/24 bestätigte Embracer die Prognose eines bereinigten EBIT zwischen 7,0 und 9,0 Mrd. SEK, sieht das untere Ende der Spanne nun aber als das wahrscheinliche Ergebnis an.
Restrukturierung drückt den Investitionspfad
Im Zentrum des Berichts steht das im Juni 2023 angekündigte Restrukturierungsprogramm, das den über Jahre durch aggressive Zukäufe aufgeblähten Konzern wieder auf einen tragfähigen Investitionspfad zurückführen soll. Die Run-Rate der Investitionsausgaben in interne Spieleentwicklung sank von ursprünglich 7,9 Mrd. SEK auf 6,4 Mrd. SEK zum Ende des Quartals. Als Ziel für das Geschäftsjahr 2024/25 nennt Embracer eine Run-Rate von rund 5 Mrd. SEK. Parallel reduzierte das Unternehmen seine Belegschaft seit dem Start des Programms um etwa 8 Prozent. Den Kurs hatte das Management mit der angekündigten Umstrukturierung und Aufspaltung bereits klar abgesteckt.
Begleitet wird der Sparkurs von mehreren Divestments, die sich laut Bericht in fortgeschrittenen Verhandlungsstadien befinden und die Bilanz nach dem 31. März 2024 entlasten sollen. Als Zielgröße für den Verschuldungsgrad hält der Konzern an einem Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem EBIT von 1,0 fest. Damit korrigiert Embracer eine Expansionsstrategie, die zuvor zahlreiche Studios, Verlage und Markenrechte unter einem Dach gebündelt hatte, ohne dass die Cashflows der einzelnen Einheiten die Investitionslast dauerhaft tragen konnten.
Die Diversifikation über Tabletop, Mobile, PC/Console sowie Entertainment & Services stabilisiert den Umsatz, während das schwächere organische Wachstum und der rückläufige PC/Console-Bereich den Druck zeigen, der das Sparprogramm ausgelöst hat. CEO Lars Wingefors verwies auf die Breite des Portfolios und die Absicht, die Ertragskraft der vorhandenen Marken und IPs über die Zeit nachzuweisen. Ähnlich hatte er sich schon zuvor geäußert, als er sich zu den Herausforderungen und zur Umstrukturierung positionierte. Ob die für 2024/25 angepeilte Capex-Run-Rate von 5 Mrd. SEK erreicht wird, hängt maßgeblich vom Erfolg der laufenden Divestments und der weiteren Konsolidierung der Studiostruktur ab.