Electronic Arts hat am 4. Februar 2025 die Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2025 vorgelegt (Stichtag 31. Dezember 2024). Die Net Bookings beliefen sich auf 2,215 Milliarden US-Dollar, der GAAP-Nettoumsatz auf 1,883 Milliarden US-Dollar. Die Zahlen bestätigen die Werte aus einer vorab veröffentlichten Gewinnwarnung vom 22. Januar 2025, in der das Unternehmen seine ursprüngliche Erwartung eines Wachstums im mittleren einstelligen Prozentbereich kassiert hatte.
Ausschlaggebend für die gesenkte Prognose war die Fußballsparte. CEO Andrew Wilson räumte ein, dass EA Sports FC 25 die internen Net-Bookings-Erwartungen verfehlt habe. Das Global-Football-Geschäft habe zu Beginn des Quartals Dynamik aufgebaut, die sich bis zum Quartalsende nicht gehalten habe. Für die Live-Services-Net-Bookings rechnet das Unternehmen nun mit einem Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich, wobei der Großteil der Abweichung auf Global Football entfällt. Die Gesamtjahresprognose für die Net Bookings korrigierte Electronic Arts auf eine Spanne von 7,0 bis 7,15 Milliarden US-Dollar.
FC 25 verfehlt die internen Erwartungen
Der Großteil der Net Bookings stammt nicht aus dem Verkauf des Vollpreistitels, sondern aus dem Ultimate-Team-Modus mit fortlaufenden Mikrotransaktionen. Bricht das Spielerengagement nach dem Launch früher als erwartet ein, schlägt das unmittelbar auf die laufenden Erlöse durch. Ein erneuter Boxen-Verkaufszyklus federt diesen Effekt nicht ab. EA reagierte mit einem umfassenden Gameplay-Refresh und dem jährlichen Team-of-the-Year-Event im Januar. Nach Unternehmensangaben reaktivierte diese Aktualisierung mehr als zwei Millionen Ultimate-Team-Spieler aus dem früheren Launch-Zyklus und stieß auf positives Feedback.
Aktienrückkauf trotz Prognosesenkung
Trotz der gesenkten Prognose kündigte EA ein beschleunigtes Aktienrückkaufprogramm über 1 Milliarde US-Dollar an. CFO Stuart Canfield begründete den Schritt mit dem Vertrauen in die langfristige Strategie und der Fähigkeit, Wachstumsinvestitionen mit Kapitalrückflüssen auszubalancieren. Im ersten Jahr der bestehenden Autorisierung über 5 Milliarden US-Dollar sollen so insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre zurückfließen.
Damit zeigt sich ein Muster, das auch andere Publisher betrifft. Eine etablierte Marke mit über 70 Prozent gewachsenen Net Bookings über fünf Geschäftsjahre bleibt anfällig für kurzfristige Engagement-Schwankungen, sobald ein Großteil der Erlöse an einen einzelnen Live-Service gebunden ist. Wie schnell der Kapitalmarkt auf eine korrigierte Prognose reagiert, zeigte zuletzt der Fall Ubisoft.
