Die von der Communications Workers of America (CWA) vertretenen Qualitätssicherungs-Beschäftigten von ZeniMax haben ihren ersten Tarifvertrag mit Microsoft ratifiziert. Die zugehörige Tarifeinigung wurde laut der Gewerkschaft am 30. Mai 2025 als vorläufige Vereinbarung angekündigt, die anschließende Abstimmung der Mitglieder bestätigte den Vertrag. Er umfasst mehr als 300 Beschäftigte, die in den CWA-Locals 2100, 2108 und 6215 in Maryland und Texas organisiert sind. Es handelt sich um den ersten Tarifvertrag eines Microsoft-Gaming-Studios in den USA.
Die ZeniMax Workers United-CWA hatte sich 2023 gegründet. Bis zur Einigung vergingen damit nahezu zwei Jahre Verhandlung. Im April 2025 stimmten die Mitglieder für ein Streikmandat, bevor wenige Wochen später die vorläufige Vereinbarung erzielt wurde. Eine Arbeitsniederlegung blieb damit aus. Die QA-Beschäftigten arbeiten an Titeln aus dem ZeniMax-Verbund, der seit der Übernahme durch Microsoft im Jahr 2021 zur Xbox-Organisation gehört.
Inhalte des Tarifvertrags
Der Vertrag sieht laut CWA pauschale Lohnerhöhungen sowie neue Mindestgehälter vor. Hinzu kommen ein Schutz gegen willkürliche Kündigungen, ein formales Beschwerdeverfahren sowie eine Crediting-Regelung, die die Mitarbeit der QA-Beschäftigten an den Spieltiteln in den Credits sichtbar macht. Branchenspezifische Punkte wie eine klarere Nennungspraxis waren ein zentraler Verhandlungsgegenstand, da QA-Arbeit in der Spielebranche bei der Nennung häufig übergangen wird.
Teil der Gesamtvereinbarung ist zudem die Eingliederung von 77 zuvor extern beschäftigten Personen. Davon wechseln 23 in unbefristete Vollzeitstellen, 54 werden mit der Ratifizierung zu befristeten Angestellten. Für diese Gruppe kommen Leistungen wie bezahlte Feiertage und bezahlte Krankheitstage hinzu, die zuvor außerhalb gesetzlich vorgeschriebener Fälle nicht bestanden.
Regeln zum Einsatz künstlicher Intelligenz
Der Vertrag enthält Regelungen zum Einsatz künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz. ZeniMax verpflichtet sich, die Gewerkschaft zu informieren, wenn eine KI-Einführung die Tätigkeit von Gewerkschaftsmitgliedern berühren könnte, und auf Anfrage über die Auswirkungen zu verhandeln. Grundlage ist eine bereits am 14. Dezember 2023 angekündigte separate Vereinbarung, die einen KI-Einsatz zur Ergänzung menschlicher Fähigkeiten vorsieht, ohne den Beschäftigten zu schaden.
Damit besteht erstmals ein Tarifvertrag zwischen organisierten Spiele-Beschäftigten und Microsoft in den USA. Den Rahmen bildet das Neutralitätsabkommen zwischen Microsoft und der CWA, das im Zuge der Activision-Blizzard-Übernahme geschlossen wurde und gewerkschaftliche Organisation innerhalb des Konzerns erleichtert.
