AMD hat auf der CES 2026 am 5. Januar 2026 zwei neue Prozessoren der Strix-Halo-Familie vorgestellt. Der Ryzen AI Max+ 392 und der Ryzen AI Max+ 388 ergänzen die bestehende Ryzen-AI-Max+-Serie und bringen die vollständig freigeschaltete integrierte Grafikeinheit mit 40 Compute Units in Konfigurationen mit niedrigerer CPU-Kernzahl. Der 392 kombiniert zwölf Zen-5-Kerne mit 24 Threads über zwei Compute-Dies, der 388 nutzt acht Zen-5-Kerne mit 16 Threads auf einem einzelnen Die. Beide Modelle teilen sich denselben Grafik- und Speicheraufbau und richten sich an dünne Notebooks, Workstations und kompakte Mini-PCs.
Die integrierte Radeon-8060S-Grafik basiert auf der RDNA-3.5-Architektur und stellt in beiden Varianten alle 40 Compute Units bereit. AMD nennt eine Spitzenleistung der GPU von 60 TFLOPS. Hinzu kommt eine NPU auf Basis der zweiten XDNA-Generation mit 50 TOPS. Der konfigurierbare TDP-Rahmen reicht laut den Spezifikationen von 45 bis 120 Watt, womit Gerätehersteller die Chips sowohl in mobilen als auch in stationären Gehäusen einsetzen können. Vom Topmodell der Serie unterscheiden sich die neuen Modelle vor allem durch die reduzierte CPU-Kernzahl, behalten aber das volle Grafikbudget bei.
Bis zu 128 GB Unified Memory für lokale Modelle
Zentral für die Positionierung als KI-PC ist die Speicherausstattung. Beide Prozessoren unterstützen bis zu 128 GB LPDDR5X, die CPU, GPU und NPU als gemeinsamer Unified-Memory-Pool zur Verfügung stehen. Nach Angaben von AMD lassen sich damit Modelle mit bis zu 128 Milliarden Parametern lokal ausführen. Die Architektur zielt auf On-Device-Inferenz ohne zwingende Cloud-Anbindung sowie auf rechenintensive Content-Creation-Workflows. AMD zählt die Chips zudem zum Copilot+-PC-Segment und nennt sie auch für anspruchsvolle Spiele geeignet. Auf derselben Messe hatte auch MSI sein Portfolio an KI-PCs und Gaming-Hardware in den Mittelpunkt gerückt.
Großer Speicher und starke iGPU in einem Chip für kompakte Systeme
Die Kombination aus desktopklassiger integrierter Grafik und großem gemeinsamem Speicher adressiert ein Nutzungsprofil, das lokale KI-Workloads neben Spieleleistung in einem einzigen Baustein vereint. Für kompakte Systeme entfällt damit die Notwendigkeit einer separaten Grafikkarte, während die 128 GB Speicher Spielraum für große Sprachmodelle schaffen, die bislang dedizierte Grafikkarten mit hohem VRAM oder Cloud-Dienste voraussetzten. Diese Stoßrichtung passt zum Kurs, den Hardwarehersteller wie MSI zur COMPUTEX 2026 weiterverfolgten. Die Verfügbarkeit der beiden Modelle über Gerätehersteller ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen.