Samsung hat den Odyssey OLED G6 als weltweit ersten OLED-Gaming-Monitor mit 500 Hz angekündigt. Der 27-Zoll-Bildschirm setzt auf ein QD-OLED-Panel mit QHD-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel) und kombiniert die hohe Bildwiederholrate mit einer Reaktionszeit von 0,03 ms (GtG). Damit verschiebt sich die obere Grenze bei OLED-Displays von bisher 360 Hz auf 500 Hz, ein Wert, der zuvor nur schnellen LCD-Panels vorbehalten war.
Das in den USA als G60SF geführte Modell erreicht eine Spitzenhelligkeit von 1.000 nits und trägt die Zertifizierung VESA DisplayHDR True Black 500. Dazu kommt eine Glare-Free-Beschichtung zur Reduktion von Reflexionen. Auf der Anschlussseite stehen zweimal HDMI 2.1 und ein DisplayPort 1.4 bereit. Die Kombination aus selbstleuchtenden Subpixeln und sehr kurzer Schaltzeit zielt auf den kompetitiven Bereich, in dem die Trennung von Frame-Ausgabe und Eingabelatenz über die Sichtbarkeit schneller Bewegungen entscheidet.
Was 500 Hz bei QD-OLED technisch bedeutet
Bei 500 Hz steht pro Bild ein Zeitfenster von zwei Millisekunden zur Verfügung. OLED-Panels haben hier einen strukturellen Vorteil gegenüber LCD, weil die Pixel praktisch ohne Nachzieheffekt umschalten. Die angegebene Reaktionszeit von 0,03 ms liegt deutlich unterhalb der Frame-Dauer, sodass Geisterbilder kaum auftreten. In der Praxis bedeutet das eine sehr hohe Zahl an Einzelbildern, die sauber dargestellt werden, ohne dass die Panelphysik zum Engpass wird. Der eigentliche Engpass verlagert sich damit auf die Grafikpipeline und das Frame-Pacing der Anwendung.
Vom Konsumgut zum Prüfgerät
Für Studios und Engine-Teams ist ein 500-Hz-OLED weniger Konsumgut als Prüfgerät. Wer Frame-Pacing, variable Bildraten und die Ausgabe oberhalb von 360 fps validieren will, braucht ein Display, das diese Raten tatsächlich darstellt, statt sie zu mitteln. Auf QHD lassen sich solche Bildraten mit aktueller Hardware in vielen Titeln erreichen, was den Monitor zu einem realistischen Messpunkt für Latenz- und Glättungs-Tests macht. Die HDR-Charakteristik mit True Black 500 erlaubt zugleich die Kontrolle von Helligkeitsverläufen und Schwarzwerten, die auf LCD-Referenzen schwerer zu beurteilen sind. Einen vergleichbaren Dual-Use-Ansatz für Gaming und Entwicklung verfolgt auch LGs UltraGear evo 27GM950B, der mit Hyper Mini LED und einem Dual-Mode arbeitet. Die Verfügbarkeit des Samsung-Modells beginnt zunächst in ausgewählten Märkten mit anschließendem Rollout in weitere Regionen.
