Chinas SAMR genehmigt Microsofts Activision-Blizzard-Übernahme ohne Auflagen

Die chinesische Wettbewerbsbehörde State Administration for Market Regulation (SAMR) hat grünes Licht für Microsofts Kauf von Activision Blizzard gegeben, und zwar ohne jede Auflage. Microsoft bestätigte die bedingungslose Freigabe am 23. Mai 2023, nachdem die SAMR ihre Prüfung fünf Tage zuvor, am 18. Mai, abgeschlossen hatte. Damit haben nach Angaben des Konzerns nun 37 Märkte mit zusammen mehr als zwei Milliarden Menschen der rund 69 Milliarden US-Dollar schweren Transaktion zugestimmt.

Die Prüfer der SAMR hatten sich angesehen, was der Zusammenschluss für den Wettbewerb bei der Distribution von Online-Spielen bedeutet. Ihr Befund: Der Markt nimmt durch die Übernahme keinen Schaden. Auflagen oder Verhaltenszusagen hielt die Behörde deshalb für überflüssig. Microsoft reihte die Freigabe in die bereits ergangenen Entscheidungen ein und nannte dabei vor allem die Zustimmungen aus der Europäischen Union und aus Japan.

China gibt nach, anders als Brüssel

China gehört zu den großen Volkswirtschaften, deren Kartellwaechter bei einem Deal dieser Größenordnung mitreden. Als die Freigabe kam, lagen bereits Zustimmungen aus Saudi-Arabien, Brasilien, Japan und der Europäischen Union vor. Brüssel hatte allerdings Bedingungen gestellt und seine Freigabe an Verpflichtungszusagen beim Cloud-Gaming gebunden. Peking verlangte nichts dergleichen. Eine Besonderheit kommt beim chinesischen Markt hinzu: Activision Blizzard hatte 2023 viele seiner Titel dort gar nicht mehr im Angebot, nachdem der Streit mit dem lokalen Publishing-Partner NetEase eskaliert war.

London und Washington blockieren weiter

So breit die internationale Zustimmung auch ausfiel, zwei wichtige Verfahren blieben zum Zeitpunkt der chinesischen Freigabe offen. Die britische Competition and Markets Authority (CMA) hatte die Übernahme schon untersagt. Ihre Begründung: Die von Microsoft angebotenen Zusagen reichten nicht aus, um die Sorgen rund um Cloud-Gaming aus dem Weg zu räumen. In den USA wollte die Federal Trade Commission (FTC) den Deal stoppen, weil sie befürchtete, Microsoft könne Konkurrenten bei den Xbox-Konsolen sowie im wachsenden Abo- und Cloud-Gaming-Geschäft ausbremsen. An diesen beiden Fronten änderte die Pekinger Entscheidung nichts. Sie verbreiterte lediglich die Basis der weltweiten Freigaben.

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