Microsoft hat im DirectX Developer Blog am 17. März 2021 ein Preview von Auto HDR für den PC veröffentlicht. Die Funktion hebt Spiele auf DirectX 11 und DirectX 12 automatisch von Standard Dynamic Range (SDR) auf High Dynamic Range (HDR), ohne dass Entwickler dafür eine native HDR-Unterstützung einbauen müssten. Nach Angaben des Herstellers kommen so mehr als 1000 zusätzliche DX11- und DX12-Titel für eine erweiterte Farb- und Helligkeitsdarstellung in Frage.
Bekannt ist die Technik schon aus dem Konsolenbereich. Im November 2020 starteten Xbox Series X und Series S mit Auto HDR, das abwärtskompatible Titel von SDR auf HDR umrechnet. Mit dem PC-Preview holt Microsoft dieses Verfahren nun nach Windows. Die Konvertierung weitet den dargestellten Luminanzbereich, indem Schatten abgedunkelt und Spitzlichter angehoben werden, sodass über einen größeren Helligkeitsumfang mehr Details sichtbar bleiben. Der Blog nennt als Beispiel einen Vergleich aus Gears 5, bei dem zusätzliche Details an Schutzbrillen und Helmen erkennbar werden.
Aktivierung über den Windows-Insider-Dev-Channel
Wer das Preview ausprobieren will, braucht eine Teilnahme am Windows Insider Program im Dev Channel mit Build 21337 oder höher sowie ein HDR-fähiges Display. Die Aktivierung läuft unter Einstellungen, System, Anzeige in den Windows-HD-Farbeinstellungen. Dort gehört zuerst der Schalter für HDR umgelegt, danach der Schalter für Auto HDR. Microsoft schränkt ein, dass die Funktion zum Start des Previews noch nicht für alle relevanten DX11- und DX12-Titel freigeschaltet ist, weil sich einige Spiele nur schwer als Auto-HDR-tauglich erkennen lassen.
Was die Konvertierung an Leistung kostet
Die Umrechnung von SDR auf HDR zieht GPU-Rechenleistung. Eine spürbare Beeinträchtigung des Spielerlebnisses erwartet Microsoft nach eigenen Angaben trotzdem nicht. Das Unternehmen beschreibt Auto HDR als nahtlose Plattformfunktion, die die Möglichkeiten eines HDR-Monitors ausreizen soll. Über das Insider-Preview sammelt der Hersteller zunächst Rückmeldungen, ehe die Funktion an eine breitere Nutzerbasis geht. Damit rückt Microsoft Xbox- und PC-Plattformfunktionen weiter zusammen, was sich zuvor schon bei Features wie DirectStorage gezeigt hatte.