Microsoft hat im DirectX Developer Blog die Version 1.613 des DirectX Agility SDK vorgestellt und damit gleich mehrere Direct3D-12-Funktionen aus der Vorschau in den Produktivbetrieb gehoben. Konkret stehen Work Graphs, Shader Model 6.8 und GPU Upload Heaps jetzt als Retail-Fassung bereit. Ausgeliefert wird das Paket über NuGet, das die auf der GDC 2024 gezeigten Schnittstellen für den produktiven Einsatz in Spielen und Anwendungen zusammenfasst.
Work Graphs verlassen den Vorschaustatus
Bei Work Graphs handelt es sich um eine API, die GPU-Arbeit direkt auf der Grafikeinheit erzeugt und einplant, ohne dass der Host dazwischengeschaltet werden muss. Gedacht ist das Verfahren für Aufgaben wie Culling, Binning und das Verketten von Compute-Durchläufen. Microsoft nennt als Vorteile eine geringere Latenz und eine bessere Skalierbarkeit, weil die GPU nachfolgende Arbeitspakete selbst anstoßen und planen kann. Zum Start in den Produktivbetrieb gibt es laut DirectX-Team eine Treiberunterstützung am ersten Tag durch AMD und NVIDIA, die beide über ihre eigenen Entwicklerkanäle auf die Verfügbarkeit hinweisen. Mehr technische Hintergründe zu den Direct3D-Schnittstellen sammelt die Redaktion fortlaufend auf XboxDev.
Shader Model 6.8 und weitere D3D12-Funktionen
Shader Model 6.8 bringt unter anderem die Node-Shader-Typen mit, die Work Graphs überhaupt erst benötigt. Dazu kommen die Systemwerte SV_StartVertexLocation und SV_StartInstanceLocation für unabhängige Adressberechnungen. Mit der Angabe einer Wave Size Range über die Werte MIN, MAX und PREFERRED lassen sich Shader-Einstiegspunkte reduzieren, hinzu kommt eine erweiterte Comparison-Sampling-Unterstützung über die Pixel-Sampling-Methoden hinweg. Der passende DirectX Shader Compiler trägt die Version 1.8.2403. Im Blogeintrag tauchen außerdem Incrementing Constants in ExecuteIndirect sowie Generic Programs in State Objects auf.
Auch GPU Upload Heaps schaffen den Sprung aus dem Developer-Mode-Vorschaustatus in die Retail-Verfügbarkeit. Die Funktion greift auf das Resizable BAR moderner Grafikkarten zurück, um Daten mit geringerer Latenz von der CPU zur GPU zu schreiben. Für den produktiven Einsatz braucht es eine Zielmaschine mit Windows 11 Insider Preview Build 26080 oder neuer. Auf der Werkzeugseite verweist das DirectX-Team darauf, dass PIX die neuen Funktionen ebenfalls vom ersten Tag an unterstützt.
