Bobby Kotick zieht sich zum 29. Dezember 2023 von Activision Blizzard zurück. Das geht aus einem internen Memo von Microsoft-Gaming-Chef Phil Spencer hervor, das am 20. Dezember 2023 bekannt wurde. Der langjährige Vorstandsvorsitzende räumt damit zum Jahresende seinen Posten. Seine Amtszeit hatte das Unternehmen über drei Jahrzehnte hinweg geprägt, zuletzt jedoch überlagert von der 69 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme durch Microsoft. Diese Transaktion war im Oktober 2023 nach rund 21 Monaten regulatorischer Prüfung abgeschlossen worden.
Dass Kotick seine Funktion noch bis zum Ende des Jahres 2023 wahrnehmen wollte, um den Übergang in die neuen Strukturen zu begleiten, hatte er schon zuvor angedeutet. Jetzt steht das genaue Datum fest. Ab diesem Tag liegt die operative Verantwortung vollständig beim Management von Microsoft Gaming. Damit ist die Eingliederung von Activision, Blizzard und King in den Konzern auch formal abgeschlossen.
Wer künftig an wen berichtet
Die Verantwortung für den Bereich übernimmt Matt Booty, President of Game Content and Studios bei Microsoft Gaming. An ihn berichten künftig Thomas Tippl als Vice Chairman von Activision Blizzard, Rob Kostich als President von Activision Publishing, Mike Ybarra als President von Blizzard Entertainment und Tjodolf Sommestad als President von King. Die Studioleitungen laufen damit unter einer gemeinsamen Berichtslinie zusammen.
In seinem Memo schrieb Phil Spencer, die Veränderungen auf Führungsebene sollten für Klarheit und Verantwortlichkeit sorgen, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Kotick dankte er für dessen Beiträge zur Branche und die Zusammenarbeit beim Abschluss der Übernahme. Mit Kotick gehen weitere Führungskräfte, darunter Humam Sakhnini, Vice Chairman von Blizzard und King, ebenfalls zum Ende des Dezembers.
Was der Wechsel für die Studios bedeutet
Der Führungswechsel ist Teil der Umbauten, die nach dem Abschluss der Akquisition folgten. Mit der Übernahme stieg Microsoft zu den umsatzstärksten Anbietern im Videospielmarkt auf. Kotick hatte Activision seit 1991 geführt und profitiert Berichten zufolge erheblich vom Verkauf an Microsoft. Die jetzt festgelegte Berichtsstruktur zeigt, wie es weitergeht: Die Studios bleiben als eigenständige Marken bestehen, ihre Leitungen sind aber direkt in die Organisation von Microsoft Gaming eingebunden.

