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Microsoft strukturiert Activision-Übernahme um: Cloud-Streaming-Rechte gehen an Ubisoft

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Microsoft strukturiert Activision-Übernahme um: Cloud-Streaming-Rechte gehen an Ubisoft
Microsoft strukturiert Activision-Übernahme um: Cloud-Streaming-Rechte gehen an Ubisoft - Bild: offizielle Quelle

Microsoft will die geplante Übernahme von Activision Blizzard anders aufstellen und die Transaktion in neuer Form bei der britischen Competition and Markets Authority (CMA) anmelden. Das Unternehmen teilte das am 21. August 2023 mit. Im Mittelpunkt steht die Übertragung der Cloud-Streaming-Rechte für PC- und Konsolenspiele an den französischen Publisher Ubisoft Entertainment SA. Damit reagiert der Konzern auf die Wettbewerbsbedenken der Behörde, die die ursprüngliche Vereinbarung im April 2023 untersagt hatte. Eine erste Etappe hatte der Deal kurz zuvor genommen, als Neuseeland die Übernahme genehmigte.

Die Rechteübertragung erfasst sämtliche aktuellen Activision-Blizzard-Titel sowie alle PC- und Konsolenspiele, die das Studio in den kommenden 15 Jahren herausbringt. Räumlich ist die Vereinbarung begrenzt: Der Europäische Wirtschaftsraum bleibt ausgenommen, weil Microsoft dort gegenüber der Europäischen Kommission bereits Zusagen zur Bereitstellung von Cloud-Streaming-Rechten gemacht hat. Ubisoft zahlt laut Mitteilung eine Einmalsumme an Microsoft und nutzt zusätzlich einen marktbasierten Großhandelspreismechanismus, zu dem auch eine nutzungsabhängige Preisoption gehört.

Warum die Rechte zu einem Dritten wandern

Die CMA hatte befürchtet, Microsoft könne die Inhalte von Activision Blizzard exklusiv über den eigenen Dienst Xbox Cloud Gaming vermarkten. Genau diese Sorge soll die neue Konstruktion entkräften. Mit der Übertragung an Ubisoft liegt die Kontrolle über die weltweite Lizenzierung der Cloud-Streaming-Rechte außerhalb des EWR künftig bei einem unabhängigen Dritten. Ubisoft kann damit verschiedene Geschäftsmodelle bei Lizenzierung und Preisgestaltung dieser Spiele auf Cloud-Streaming-Diensten ausprobieren und die Titel auch Cloud-Gaming-Anbietern auf anderen Betriebssystemen als Windows anbieten.

Mit dem eigenen Abodienst Ubisoft+ bringt der Publisher bereits eine erprobte Cloud-Gaming-Infrastruktur mit, und eine eigene Spielkonsole betreibt er nicht. Für die Regulierer zählt er deshalb als unabhängiger Lizenznehmer, dessen Interessen nicht an die Plattformpläne von Microsoft gekoppelt sind. Schon getroffene Zusagen gegenüber Cloud-Anbietern wie Nvidia, Boosteroid, Ubitus und Nware bleiben nach Angaben von Microsoft bestehen.

CMA startet ein neues Phase-1-Verfahren

Microsoft hat die umgebaute Transaktion bei der CMA angemeldet. Vice Chair und President Brad Smith rechnet laut Mitteilung damit, dass die Prüfung vor Ablauf der bis zum 18. Oktober 2023 verlängerten Frist abgeschlossen ist. Die CMA leitete daraufhin ein neues Phase-1-Verfahren zur veränderten Vereinbarung ein und stellte klar, dass darin keine Freigabe liegt. Die Behörde behielt sich vor, verbliebene Bedenken zu einer möglichen Umgehung oder Kündigung der Ubisoft-Vereinbarung gesondert zu bewerten.

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