Start Wirtschaft Discord beendet Übernahmegespräche mit Microsoft und peilt eigenständigen Börsengang an

Discord beendet Übernahmegespräche mit Microsoft und peilt eigenständigen Börsengang an

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Discord beendet Übernahmegespräche mit Microsoft und peilt eigenständigen Börsengang an

Aus den Gesprächen über eine Übernahme durch Microsoft ist nichts geworden. Discord hat sie beendet und will eigenständig bleiben. Das Wall Street Journal berichtete am 20. April 2021, dass sich beide Seiten aus Verhandlungen zurückzogen, die den Kommunikationsdienst mit rund 10 Milliarden US-Dollar bewerteten. Der Konzern aus Redmond gehörte zu den Interessenten, die zuletzt um eine Akquisition warben. Die ersten Berichte über die Gespräche stammten von Bloomberg im März 2021.

Nach den vorliegenden Informationen hatte Discord Interesse von mindestens drei Unternehmen erhalten. Öffentlich genannt wurde davon nur Microsoft, das den Dienst in sein Produktportfolio hätte aufnehmen können. Statt eines Verkaufs erwägt Discord nun, unabhängig zu bleiben und mittelfristig einen eigenen Börsengang vorzubereiten. Dass die Verhandlungen später wieder aufgenommen werden, schloss der Bericht nicht aus.

Wie die 10 Milliarden zustande kamen

Im Zentrum der Verhandlungen stand eine Bewertung in der Größenordnung von 10 Milliarden US-Dollar. Discord hatte in den Monaten zuvor stark von der gestiegenen Nutzung profitiert, getragen vom veränderten Arbeits- und Freizeitverhalten. Der Dienst war ursprünglich für die Kommunikation in Spielegruppen gedacht, hatte seine Reichweite aber zunehmend über das Gaming-Umfeld hinaus ausgedehnt. Genau diese Entwicklung lieferte die Grundlage für den Preis, der in den Gesprächen aufgerufen wurde.

Für Microsoft wäre Discord eine Ergänzung zu den bestehenden Kommunikations- und Gaming-Aktivitäten gewesen. Mit Xbox Live und den zugehörigen Diensten betreibt der Konzern eine eigene Infrastruktur für die Vernetzung von Spielern, mit Teams kommt eine etablierte Plattform im Geschäftskundensegment dazu. Eine Integration von Discord hätte die Reichweite im privaten und im Gaming-orientierten Kommunikationsmarkt erweitern können.

Lieber allein an die Börse

Mit dem Abbruch der Gespräche zeigte Discord, dass es das eigene Geschäft auf eigene Faust weiterführen will. Als Option fiel ein Börsengang, ein konkreter Zeitpunkt stand dafür allerdings nicht fest. Über den öffentlichen Markt könnte das Unternehmen frisches Kapital aufnehmen und die Kontrolle über die strategische Ausrichtung behalten, statt in die Strukturen eines größeren Konzerns einzugehen.

Ob und wann ein Börsengang kommt, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung offen. Genauso wenig ließ sich absehen, ob die Übernahmegespräche später wieder aufgenommen würden. Vorerst endete damit eine Verhandlungsphase, in der Discord als Akquisitionsziel für mehrere finanzstarke Interessenten galt.

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