Microsoft hat am 16. März 2020 alle technischen Daten der Xbox Series X auf den Tisch gelegt. Herzstück ist ein massgeschneiderter Prozessor mit acht AMD-Zen-2-Kernen, dazu kommt eine GPU der RDNA-2-Klasse. Die CPU taktet mit 3,8 GHz, mit aktiviertem Simultaneous Multithreading sind es 3,6 GHz. Der Grafikprozessor kommt auf 12 TFLOPS, verteilt auf 52 Compute Units bei einer fest eingestellten Taktrate von 1,825 GHz. Beim Speicher nennt Microsoft 16 GB GDDR6 an einem 320-Bit-Interface, aufgeteilt in 10 GB mit 560 GB/s und 6 GB mit 336 GB/s.
Wie die SSD die Ladezeiten kappt
Das I/O-Konzept dreht sich um die Xbox Velocity Architecture. Sie besteht laut Microsoft aus vier Teilen: einer kundenspezifischen NVMe-SSD, einem eigenen Hardware-Block zur Dekompression, der neuen DirectStorage-API und der Technik Sampler Feedback Streaming. Die interne SSD fasst 1 TB und liefert roh 2,4 GB/s, mit der Dekompressionshardware klettert der Wert auf bis zu 4,8 GB/s. So sollen Entwicklern bis zu 100 GB an Spielinhalten praktisch sofort zur Verfügung stehen. Wer mehr Platz braucht, greift zur 1-TB-Speicherkarte, die Microsoft zusammen mit Seagate fertigt, für ein passendes Erweiterungsmodell gibt es einen Test der WD_Black C50. Zusätzlich laufen externe USB-3.2-Festplatten.
Über die reine Gleitkommaleistung hinaus nennt Microsoft für Machine-Learning-Anwendungen über 24 TFLOPS bei 16-Bit-Genauigkeit und mehr als 97 TOPS bei 4-Bit-Integer-Berechnungen. Gegenüber der Xbox One X spricht der Hersteller von mehr als der doppelten effektiven Grafikleistung und einer über vierfachen CPU-Leistung. Die 12 TFLOPS beziehen sich auf 32-Bit-Float-Berechnungen.
Quick Resume, Raytracing und Display-Features
Auf der Velocity Architecture baut Microsoft die Funktion Quick Resume auf. Sie erlaubt einen schnellen Wechsel zwischen mehreren Titeln und hält den jeweiligen Spielstand fest, auch über Neustarts und Systemaktualisierungen hinweg. Raytracing kommt per Hardware über DirectX Raytracing. Als Leistungsziel nennt der Hersteller 4K bei 60 Bildern pro Sekunde, für kompetitive Titel sind bis zu 120 fps drin. Abwärtskompatibel laufen Spiele von Xbox One, Xbox 360 und der ersten Xbox.
Bei der Bildausgabe verweist Microsoft auf seine Mitarbeit an der HDMI-2.1-Spezifikation, die 120 Hz, Variable Refresh Rate und Auto Low Latency Mode unterstützt. Mit Dynamic Latency Input beschreibt der Hersteller zudem einen Ansatz, der die Latenz über die gesamte Eingabekette vom Controller bis zum Display senkt. Die komplette Aufschlüsselung der Spezifikationen ist zu finden unter dem Link zur offiziellen Mitteilung von Xbox Wire.