Niederlande: Kansspelautoriteit erklärt bestimmte Loot Boxes für rechtswidrig

Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (Ksa) hat am 19. April 2018 die Ergebnisse einer Untersuchung zu Loot Boxes veröffentlicht. Das Ergebnis: Ein Teil der geprüften Mechaniken verstößt gegen das niederländische Glücksspielgesetz (Wet op de kansspelen). Von zehn untersuchten Loot-Box-Systemen aus populären Spielen erfüllten vier nach Einschätzung der Behörde den Tatbestand eines unzulässigen Glücksspiels. Den Anstoß zur Untersuchung gaben Hinweise von Spielern, Eltern und Einrichtungen zur Suchtprävention, die sich an den in Spiele integrierten Zufallselementen störten.

Entscheidend ist, ob sich die Inhalte übertragen lassen

Ob eine Loot Box als Glücksspiel gilt, hängt nach Auffassung der Ksa an einer Frage: Sind die per Zufall zugeteilten Inhalte übertragbar und besitzen sie damit einen ökonomischen Wert? Lassen sich die gezogenen Gegenstände außerhalb des Spiels handeln, in Geld umwandeln oder an andere Spieler weitergeben, fallen sie unter Artikel 1 des Glücksspielgesetzes und sind in den Niederlanden nicht zulässig. Bleiben die Inhalte dagegen ausschließlich im Spiel und sind nicht übertragbar, sieht die Behörde darin kein Glücksspiel. Die Ksa empfahl den Anbietern, genau die Funktionen abzuschalten, über die sich Gegenstände zu Geld machen oder an Dritte weitergeben lassen. Die Untersuchung wies außerdem auf Risiken im Zusammenhang mit Spielsucht hin.

Frist bis 20. Juni 2018 für Anpassungen

Die betroffenen Anbieter wurden im April über die Ergebnisse informiert und bekamen Zeit bis zum 20. Juni 2018, um ihre Spiele an die Vorgaben anzupassen. Ab diesem Datum kündigte die Kansspelautoriteit Durchsetzungsmaßnahmen gegen alle Anbieter an, deren Loot-Box-Mechaniken die Anforderungen weiterhin nicht erfüllen. Denkbar sind dabei etwa Bußgelder oder Verkaufsbeschränkungen. Die Entscheidung reiht sich in eine breitere Debatte mehrerer europäischer Aufsichtsbehörden über die rechtliche Bewertung von Zufallsmechaniken in Videospielen ein. Der vollständige Untersuchungsbericht ist zu finden unter dem Link der Kansspelautoriteit.

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