Games-Stipendium „Press Start” endet mit 75 neuen Studios

Das Games-Stipendium „Press Start” ist nach anderthalb Jahren Laufzeit offiziell abgeschlossen worden. Bei einer Abschlussveranstaltung in Berlin wurden die Ergebnisse des Programms vorgestellt, das vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit insgesamt 8,5 Millionen Euro gefördert wurde. Nach Angaben der Beteiligten sind aus dem Programm 75 neue Games-Studios hervorgegangen. Die Gründungsquote lag damit bei 100 Prozent.

Das Programm richtete sich an 132 Stipendiatinnen und Stipendiaten und verband finanzielle Förderung mit einem auf Games spezialisierten Bildungs- und Vernetzungsangebot. In der Laufzeit fanden mehr als 240 Workshops, über 1.900 Mentoring-Stunden sowie gemeinsame Auftritte auf sieben Branchenveranstaltungen statt. Unterstützt wurde das Programm von mehr als 60 Expertinnen und Experten aus Deutschland, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Schweden.

Games-spezifische Förderung als struktureller Ansatz

Bernd Gallep, Leiter der Abteilung Innovation und Kreativwirtschaft beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, verwies bei der Abschlussveranstaltung auf die Bedeutung des Programms für den deutschen Games-Standort. Die Kombination aus finanzieller Förderung, Mentoring und Branchenzugang habe jungen Games-Talenten ermöglicht, künstlerische und unternehmerische Vorhaben in konkrete Studiogründungen zu überführen.

Auch der game-Verband sieht in „Press Start” einen wichtigen Baustein für die nationale Förderstrategie. Geschäftsführer Felix Falk betonte, dass unspezifische Gründungsprogramme häufig nicht ausreichend auf die Anforderungen junger Games-Studios zugeschnitten seien. Das Stipendium habe gezeigt, dass in Deutschland ein relevantes Potenzial für neue Studios und innovative Spieleprojekte vorhanden sei, wenn die Rahmenbedingungen darauf ausgerichtet werden.

Die Stiftung Digitale Spielekultur, die das Programm gemeinsam mit Partnern umgesetzt hat, hob vor allem die Verbindung von kreativer Entwicklung und unternehmerischer Qualifizierung hervor. Geschäftsführerin Nandita Wegehaupt verwies darauf, dass Gründerinnen und Gründer im Games-Bereich neben der kreativen Rolle auch Geschäftsmodellentwicklung, Teamaufbau, Finanzierung und Marktpositionierung berücksichtigen müssen.

40 Spiele bei Abschlussveranstaltung anspielbar

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung konnten vor Ort 40 Spiele ausprobiert werden, die im Umfeld des Stipendienprogramms entstanden sind. Ergänzend wurde ein neuer Trailer veröffentlicht, der eine Auswahl der Projekte zeigt. Das Programm präsentierte damit nicht nur die neu gegründeten Studios, sondern auch konkrete Produktergebnisse aus der Förderphase.

Zum Programm gehörten außerdem eine Keynote von Jörg Friedrich, Mitgründer von Paintbucket Games, sowie ein Panel mit Coaches und Mentorinnen und Mentoren. Beteiligt waren unter anderem Christian Fonnesbech von Leverage Partnership, René Habermann von Bippinbits, Ulrike Küchler von Gamebook Studio und Timo Maier von Agile Strategies.

Weitere Einblicke in die entstandenen Projekte sollen am 11. Juni 2026 folgen. Ab 18 Uhr spielen Dennsen86, PixelViet und InternetShawna eine Auswahl von „Press Start”-Games auf Twitch. Aufzeichnungen weiterer Streams mit Spielen aus dem Stipendienprogramm liegen bereits von Baso, Tinkerleo, KaddiTV, LPGJustJohnny und Minuself vor.

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