Thomas Mahler, Geschäftsführer von Moon Studios, hat im Gaming-Forum ResetEra deutliche Kritik an der Marketingpraxis großer Studios geäußert. Unter dem Titel „Why are gamers so eager to trust and even forgive the snake oil salesmen?“ warf er Branchenvertretern vor, mit überzogenen Versprechungen Erwartungen zu wecken, die das fertige Produkt nicht erfüllen kann. Anlass seiner Ausführungen waren die anhaltenden Kontroversen rund um den Verkaufsstart von Cyberpunk 2077.
Kritik an Vorab-Versprechungen in der Branche
In seinem Forenbeitrag zog Mahler historische Parallelen und nannte prominente Beispiele wie Peter Molyneux bei Fable sowie Sean Murray vor der Veröffentlichung von No Man’s Sky. Bei CD Projekt Red kritisierte er, dass die PR-Kommunikation das Spiel vorab als grenzenlose Sci-Fi-Simulation dargestellt habe. Gleichzeitig bemängelte er eine unkritische Haltung von Teilen der Fachpresse und der Spielerschaft, die fehlende Kernfunktionen nach dem Kauf zu bereitwillig hinnehmen würden.
Öffentliche Entschuldigung für aggressive Wortwahl
Einen Tag nach der Veröffentlichung ruderte Mahler in einer Stellungnahme gegenüber GamesIndustry.biz zurück und entschuldigte sich bei den genannten Entwicklern sowie der Community. Er räumte ein, dass sein Tonfall unangemessen aggressiv gewesen sei und seiner Position als Studioleiter nicht entsprochen habe. Bereits am 29. Januar 2020 hatte Moon Studios den Goldstatus von Ori and the Will of the Wisps gemeldet, dessen Produktionsprozess das Studio stets mit eng abgesteckten Zielen verteidigt hatte. Das Grundanliegen einer ehrlicheren Produktkommunikation halte er aufrecht, die persönliche Schärfe sei jedoch ein Fehler gewesen.

