Guy Beahm, bekannt als DrDisrespect, kehrte im August 2020 zum Livestreaming zurück und nutzte dafür YouTube Gaming. In einem Bericht von GamesIndustry.biz wurde zugleich festgehalten, dass es keinen Exklusivvertrag mit YouTube gab und die Plattform den Streamer nach eigener Auskunft nicht aktiv angeworben hatte.
Beahm war wenige Wochen zuvor dauerhaft von Twitch ausgeschlossen worden. Twitch nannte damals keinen öffentlichen Grund für die Sperre. Der Wechsel zu YouTube war deshalb für die Plattform ein sichtbarer Testfall: YouTube musste entscheiden, wie es mit einem reichweitenstarken Creator umgeht, dessen Vorgeschichte wiederholt zu Kontroversen geführt hatte.
YouTube verweist auf eigene Richtlinien
YouTube erklärte, Kanäle nach den Inhalten und verknüpften Angeboten zu beurteilen. Frühere Maßnahmen anderer Plattformen führten demnach nicht automatisch zu einer Sperre. Gleichzeitig verwies der Dienst auf sein Verwarnsystem und auf Regeln gegen Hassrede sowie Falschinformationen. Die Rückkehr war damit nicht als Blankoscheck für künftige Inhalte angelegt.
Für die Streaming-Branche zeigte der Fall, welchen Wert bekannte Persönlichkeiten für Plattformen haben können. Reichweite, Community-Bindung und mediale Aufmerksamkeit stehen dabei gegen das Risiko, dass alte Kontroversen auf die neue Plattform übertragen werden. Ein Wechsel ohne Exklusivvertrag ließ zudem offen, ob YouTube dauerhaft der zentrale Kanal bleiben würde.
DrDisrespect hatte in der Vergangenheit bereits Verträge mit Twitch und anderen Unternehmen geschlossen. Die Rückkehr zu YouTube veränderte daran vor allem die Plattformseite, nicht aber die grundsätzliche Frage nach Moderation und Verantwortlichkeit. Für Anbieter bleibt es eine Abwägung zwischen Creator-Reichweite, Richtlinien und dem Vertrauen der Community.
