Brendan Sinclair hat am 6. Januar 2020 bei GamesIndustry.biz einen Rückblick auf die Crunch-Debatte um Rockstar veröffentlicht. „Rockstar Spouse“ lag damals zehn Jahre zurück: ein offener Brief, dessen anonyme Verfasser sich als Ehefrauen von Beschäftigten bei Rockstar San Diego bezeichneten.
Der Brief kritisierte die Arbeitsbedingungen während der Entwicklung von Red Dead Redemption. Sinclair vergleicht die damalige Unternehmensreaktion mit späteren Aussagen zu Red Dead Redemption 2 und zur Studiokultur. Sein Text ist ein Kommentar, keine neue Befragung der Belegschaft.
Positionen zwischen 2010 und 2019
| Datum | Öffentliche Position | Art des Belegs |
|---|---|---|
| 22. Januar 2010 | Rockstar weist die Darstellung anonymer Kritiker zurück und betont ein unterstützendes Arbeitsumfeld. | Unternehmensantwort in einem Fan-Q&A, dokumentiert von Kath Brice. |
| 7. Februar 2018 | Strauss Zelnick verteidigt die Arbeitspraktiken von Take-Two und seinen Labels. Er bezeichnet die damalige Phase als arbeitsreich. | Aussage gegenüber GamesIndustry.biz, keine unabhängige Arbeitszeitprüfung. |
| 23. Mai 2019 | Mark Lloyd beschreibt eigene Verantwortung für ausgedehnte Crunch-Phasen bei Rockstar Lincoln und seinen späteren Ausstieg. | Persönlicher Gastbeitrag des früheren Studiochefs. |
Die Gegenüberstellung dokumentiert öffentliche Aussagen. Sie beweist für sich genommen weder die konkreten Arbeitszeiten einzelner Teams noch eine konzernweite Verbesserung. Besonders Lloyds persönliche Bilanz seiner Zeit bei Rockstar Lincoln betrifft frühere Produktionen und darf nicht als Beschreibung der gesamten Belegschaft gelesen werden.
Sinclair sieht Beschäftigte als Treiber des Wandels
Sinclair argumentiert, Veränderungen der Arbeitskultur entstünden häufig durch Beschäftigte, die bisherige Bedingungen nicht mehr akzeptieren. Einen Wechsel an der Spitze hält er allein nicht für ausreichend. Diese Bewertung gehört zu seiner Analyse. Der historische Rückblick liefert keine unabhängige Arbeitszeiterhebung für Rockstar im Jahr 2020.

