Der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com darf den MediaMarkt-Saturn-Betreiber Ceconomy übernehmen. Die EU-Kommission hat die Übernahme nach Prüfung genehmigt, knüpft die Freigabe jedoch an verbindliche Auflagen. Über die Entscheidung berichtet GamesWirtschaft. Zuvor hatte bereits das Bundeskartellamt grünes Licht gegeben.
Um Marktverzerrungen und Quersubventionen zu verhindern, müssen Geschäfte zwischen JD.com und Ceconomy für die Dauer von zehn Jahren zu nachweisbar marktüblichen Konditionen abgewickelt werden. Die Transaktion soll in den kommenden Tagen vollzogen werden. Ceconomy-Chef Remko Rijnders bezeichnete den Abschluss als Beginn eines neuen Kapitels, während JD.com-Chefin Sandy Xu von einer positiven Nachricht für den europäischen Einzelhandel sprach.
Konzentration auf MediaMarkt und Rückzug der Marke Saturn
Mit fast 50.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 24 Milliarden Euro in elf europäischen Ländern gehört Ceconomy zu den zentralen Vertriebskanälen für Konsolen, Spiele und PC-Hardware im stationären Handel und Onlinegeschäft. In Deutschland treibt der Konzern den Rückbau der Marke Saturn voran. Von ehemals 55 Standorten zu Jahresbeginn verbleiben nur noch wenige Filialen, der Betrieb wird schrittweise vollständig auf MediaMarkt zusammengeführt.
Bereits im Vorjahr hatte das Bundeskartellamt den Kontrollerwerb durch JD.com freigegeben. Zudem hatte das Unternehmen im Frühjahr Remko Rijnders zum Vorstandschef von MediaMarkt-Saturn berufen. Mit der Entscheidung der EU-Kommission ist der Verkauf nun auch auf europäischer Ebene rechtlich abgesichert.

