Tencent hat in China ein Verfahren wegen der Weitergabe unveröffentlichter Inhalte aus Peacekeeper Elite gewonnen. Die beteiligte Kanzlei Long An Guangzhou berichtet am 19. Mai 2025, dass das Volksgericht im Bezirk Bao’an in Shenzhen eine Million Renminbi Schadenersatz zugesprochen hat. Nach Darstellung der Kanzlei ist die Entscheidung rechtskräftig.
Beklagter war ein unter dem Namen Xiaopang Commentary auftretender Betreiber von Social-Media-Konten. Er soll seit Januar 2022 mit nicht zugelassenen Werkzeugen den Spielclient entschlüsselt und Daten verändert haben, um an noch nicht veröffentlichte Designs zu gelangen. Die Inhalte wurden dem Bericht zufolge in Videos auf Douyin, Kuaishou und Xiaohongshu verbreitet, um Reichweite und Einnahmen zu erzielen.
Unveröffentlichte Skin-Designs als Geschäftsgeheimnisse
Tencent erhob die Klage im Oktober 2024. Laut dem Fallbericht erkannte das Gericht die unveröffentlichten Skin-Designs als Geschäftsgeheimnisse an und wertete ihre Beschaffung und Offenlegung als Verletzung dieser Rechte. Neben dem Schadenersatz wurden die Unterlassung und eine öffentliche Entschuldigung zugesprochen. Die Kanzlei nennt auch die Anwendung einer erhöhten Schadenersatzbemessung; die berichtete Gesamtsumme beträgt eine Million Renminbi.
Die Darstellung stammt von der Kanzlei, die Tencent in dem Verfahren vertreten hat. Sie beschreibt eine zivilrechtliche Auseinandersetzung und eine Entschädigungszahlung, keine strafrechtliche Geldstrafe. Im Mittelpunkt stehen die konkrete Beschaffung und Veröffentlichung geschützter Inhalte, nicht ein pauschales Verbot jeder Analyse von Spieldateien.
Peacekeeper Elite zählt zu den etablierten Spielen im chinesischen Geschäft von Tencent. Der Fall betrifft damit die Geheimhaltung künftiger Inhalte eines laufend betriebenen Spiels. Die Kanzlei beschreibt die Aufbereitung mehrerer Tausend Seiten Beweismaterial und den Nachweis, dass die betroffenen Designs die Voraussetzungen für den Schutz als Geschäftsgeheimnis erfüllten.

