1.168 von 2.803 untersuchten Steam-Neuveröffentlichungen weisen den Einsatz generativer KI aus. Das entspricht 41,67 Prozent. Die Zahlen stammen aus einer Originalauswertung von Oliver Jessner bei Golem vom 30. Oktober. Untersucht wurden Veröffentlichungen zwischen dem 31. Juli und dem 30. August 2026.
Die Auswertung erfasst öffentliche Entwicklerangaben auf den Shopseiten. Ein fehlender Hinweis beweist deshalb keine KI-freie Produktion. Auch die erklärte Nutzung sagt noch nicht, welcher Anteil des Spiels generiert wurde oder wie gut das Ergebnis ist. 17 Spiele nannten KI ausschließlich für Marketingmaterial; ohne diese Fälle bleiben 1.151 Titel beziehungsweise 41,06 Prozent der Stichprobe.
Offenlegung beschreibt Inhalte, nicht jeden Arbeitsschritt
Grafik ist mit 832 Nennungen der häufigste ausgewiesene Einsatzbereich. 206 Spiele erwähnen Programmierung. Die Bereiche überschneiden sich, weil ein Spiel mehrere Verwendungen nennen kann. Die Zahlen bilden damit keine exklusiven Gruppen und keine Marktanteile einzelner Werkzeuge ab.
Valve erläutert in der Steamworks-Dokumentation zur Inhaltsbefragung, dass vorab oder während des Spielens generierte Inhalte offengelegt werden müssen. Reine Effizienzgewinne durch integrierte Entwicklungswerkzeuge stehen nicht im Mittelpunkt der Abfrage. Für während der Laufzeit erzeugte Inhalte verlangt Valve Angaben zu Schutzmaßnahmen gegen rechtswidrige Ausgaben.
Die Untersuchung berichtet außerdem niedrigere Durchschnittspreise und Bewertungen in der Gruppe mit KI-Hinweis. Daraus lässt sich keine Ursache ableiten: Genre, Budget und Produktionsaufwand können ebenfalls eine Rolle spielen. Eine Kennzeichnung allein belegt daher keine minderwertige Massenproduktion.
Die Offenlegungspflicht ist zugleich Gegenstand einer Plattformdebatte. Epic-Chef Tim Sweeney hatte sie zuletzt als politischen Akt kritisiert. Diese Bewertung ist von den hier erhobenen Shopdaten zu trennen.

