Operation reWired: 281 Festnahmen weltweit nach E-Mail-Betrug

Das US-Justizministerium hat am 10. September 2019 Bilanz der viermonatigen Operation reWired gegen E-Mail-Betrug gezogen: 281 Festnahmen in den USA und im Ausland, dazu sichergestellte Vermögenswerte von knapp 3,7 Millionen Dollar. Die Ermittlungen richteten sich gegen sogenannte Business Email Compromise (BEC), bei denen Betrüger mit gefälschten E-Mails Überweisungen von Firmen und Privatpersonen in ihre Konten umlenken.

Das Muster ist in allen Fällen ähnlich: Die Täter verschaffen sich Zugriff auf E-Mail-Konten oder geben sich darin als Geschäftsführung, Lieferanten oder Kunden aus. Anschließend bitten sie Beschäftigte, die regelmäßig Überweisungen ausführen, um geänderte Bankverbindungen oder dringende Zahlungen. Weil die Nachrichten sprachlich an den laufenden Schriftverkehr angepasst sind, fallen die Fälschungen in Buchhaltungen und Projektabteilungen oft erst nach dem Geldtransfer auf.

Ermittlungen in zehn Ländern

An der Operation waren laut FBI das Justizministerium, Heimatschutzministerium, Finanzministerium, der United States Postal Inspection Service und das Außenministerium beteiligt. 39 von 56 FBI-Field-Offices wirkten mit, dazu Staats- und lokale Polizeibehörden. Von den 281 Festnahmen entfielen 74 auf die USA, 167 auf Nigeria, 18 auf die Türkei und 15 auf Ghana; zudem gab es Festnahmen in Frankreich, Italien, Japan, Kenia, Malaysia und Großbritannien. Insgesamt seien rund 118 Millionen Dollar an betrügerischen Überweisungen gestört oder sichergestellt worden, teilt das FBI mit.

250.000 gestohlene Identitäten

Die Netzwerke arbeiteten nicht nur mit gefälschten Überweisungsanfragen. Don Fort, Leiter der Strafverfolgungseinheit der Steuerbehörde IRS, spricht in der Mitteilung des Justizministeriums von mehr als 250.000 gestohlenen Identitäten, die die Beschuldigten für über 10.000 falsche Steuererklärungen nutzten. Damit hatten sie Versuche gestartet, mehr als 91 Millionen Dollar an Steuererstattungen zu kassieren.

Operation reWired ist die Fortsetzung von Operation WireWire aus dem Juni 2018, die 74 Festnahmen, 2,4 Millionen Dollar Beschlagnahmungen und die Sicherung von rund 14 Millionen Dollar an betrügerischen Überweisungen gebracht hatte. Die neue Bilanz fällt rund viermal höher aus. Erst eine Woche vor der Ankündigung hatte das BSI in seinem Digitalbarometer 2019 gemessen, dass jeder Vierte in Deutschland schon einmal Opfer von Internetkriminalität geworden war.

FBI-Direktor Christopher Wray kündigte in der Mitteilung an, die Strafverfolger würden den Organisatoren der BEC-Schemas folgen, unabhängig davon, wo diese sich aufhalten. Geschädigte sollen Vorfälle weiterhin dem Internet Crime Complaint Center (IC3) melden, das die Hinweise an die zuständigen Ermittlungsbehörden weiterleitet.

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