Mit The Outer Worlds will Obsidian Entertainment einem langjährigen Image entrinnen: dem Ruf, verbuggte Spiele auf den Markt zu bringen. Gegenüber Video Games Chronicle sagte die Senior Narrative Designerin Kathryn Megan Starks, das Team konzentriere sich seit einigen Monaten darauf, Fehler zu finden und zu beheben. „Wir führen derzeit Playtests durch, polieren und fangen all diese Randfälle ab und glätten sie.“ Das sei der Schwerpunkt der vergangenen Monate gewesen.
Der Release des von Private Division verlegten Rollenspiels war für den 25. Oktober 2019 für PS4, Xbox One und PC angekündigt, eine Switch-Fassung sollte später folgen. Zum Zeitpunkt der Aussage lag damit weniger als ein Monat zwischen QA-Schlussphase und Verkaufsstart.
Sawyers Erklärung: Publisher-Termine statt Gleichgültigkeit
Hintergrund ist eine Aussage des Obsidian-Design-Direktors Josh Sawyer aus dem Juni 2019. Sawyer hatte auf seinem Tumblr auf die Frage eines QA-Mitarbeiters nach der Qualitätslücke in älteren Titeln geantwortet: „Wir sind keine totalen Idioten. Wir wissen, dass wir den Ruf haben, verbuggte Spiele zu machen.“ Ein Teil des Problems sei dem Bau großer, komplexer Rollenspiele mit tausenden unterschiedlichen Spielwegen inhärent; die Zahl der Fehler zu senken, liege aber in der Macht des Studios, wenn es mehr Zeit bekomme.
Als Beispiel nannte Sawyer Pillars of Eternity und dessen Fortsetzung Deadfire: Bei beiden Titeln habe Obsidian den Release-Termin selbst bestimmt und kurzfristig um jeweils einige Monate nach hinten geschoben. Das mache einen enormen Unterschied. Wenn dagegen der Publisher über den Termin entscheide, könne dem Studio diese Möglichkeit oder Priorität genommen werden. Starks ordnete die Aussage im Gespräch mit Video Games Chronicle als Gegenüberstellung ein: Sawyer habe beschrieben, wie es früher war und wie das Studio heute arbeitet.
Für die Qualitätsdiskussion rund um Rollenspiel-Veröffentlichungen ist der Fall doppelt lesenswert: Obsidian zählt zu den prägenden Studios des Genres, und The Outer Worlds erscheint mit Xbox One, PS4 und PC auf drei Systemen, deren Launch-Qualität Store-Bewertungen und Ruf eines Titels direkt beeinflusst.

