Xbox-COO Helen Chiang soll Microsoft nicht freiwillig verlassen haben. Tom Warren berichtet am 25. Oktober unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen, Chiang sei entlassen worden; intern werde dies mit einem Regelverstoß begründet. Der Journalist nennt weder die betreffende Regel noch konkrete Handlungen. Seine Angaben zum Grund des Ausscheidens sind nicht öffentlich bestätigt.
Warren hatte am 23. Oktober zunächst über Chiangs Abschied berichtet. In seinem neuen Post verweist er auf bereits kursierende Berichte über eine Entlassung und erklärt, eigene Quellen bestätigten diese Darstellung. Der neue Informationsstand betrifft damit die Umstände des Abgangs, nicht allein den Wechsel an der operativen Führungsspitze.
Was die Angabe zum Regelverstoß offenlässt
Die Formulierung „policy violation“ gibt Warren als interne Erklärung wieder. Sie belegt für sich genommen kein bestimmtes Fehlverhalten. Welche Vorschrift gemeint sein soll, wie der Vorgang geprüft wurde und wie Chiang die Darstellung bewertet, geht aus dem Post nicht hervor. Daraus lässt sich weder ein strafrechtlicher Vorwurf noch eine Aussage über die Berechtigung der mutmaßlichen Entlassung ableiten.
Die COO-Stelle wurde erst im Juli geschaffen
Im angekündigten Xbox-Umbau vom Juli erhielt Chiang eine neu geschaffene Schlüsselposition. Microsoft erklärte in der offiziellen Mitteilung zur COO-Ernennung, sie solle direkt an Xbox-Chefin Asha Sharma berichten und die übergreifende Ergebnisverantwortung für Inhalte, Hardware, Plattform und Dienste übernehmen. Zu ihren Aufgaben gehörten ein gemeinsames Betriebsmodell und klarere Investitionsentscheidungen.
Warren schreibt außerdem, der Abschied erfolge wenige Tage vor weiteren Microsoft-Entlassungen. Einen ursächlichen Zusammenhang mit Chiangs Ausscheiden belegt er damit nicht. Der Post nennt weder eine Nachfolge für die COO-Rolle noch Änderungen an deren Zuständigkeiten.

