Ballerina 1.0: Open-Source-Programmiersprache für Cloud-Anwendungen wird produktionsreif

Das Unternehmen WSO2 hat am 9. September 2019 die erste produktionsreife Hauptversion seiner Open-Source-Programmiersprache Ballerina freigegeben. Ballerina 1.0 ist kein einzelnes Binary, sondern ein gemeinsames Release mehrerer Komponenten: Sprachspezifikation im Stand 2019R3, die Kernbibliothek langlib, der Compiler jBallerina 1.0.0, die Batteries-included-Standardbibliothek, das Modulrepository Ballerina Central sowie IDE-Plugins für Visual Studio Code und IntelliJ IDEA.

Entwickelt wurde die Sprache seit 2016 aus dem Umfeld des WSO2-Enterprise-Service-Bus heraus, vorgestellt wurde sie erstmals im Februar 2017 auf der WSO2Con US. Der API Gateway des WSO2 API Manager läuft seit 2018 produktiv auf Ballerina-Basis. Für das Sprachdesign zeichnet James Clark verantwortlich, der unter anderem XML, XPath und XSLT entwickelt hat. Die erste Hauptversion nach über drei Jahren Entwicklungszeit folgt damit auf ein Jahr, in dem auch Go 1.13 große Versionssprünge gemacht hat.

Ein Release aus mehreren Komponenten

Der jBallerina-Compiler erzeugt Java-Bytecode und bringt eine Implementierung der Sprachbibliothek sowie der Standardbibliothek mit. Deren Module tragen jeweils eigene Versionsnummern, was WSO2 mit einer eigenen Versionierungsstrategie begründet. Ballerina Central, der Webdienst zum Veröffentlichen und Teilen von Modulen, entspricht in diesem Release faktisch Version 2.0. Die Plugins für Visual Studio Code und IntelliJ IDEA erreichen ebenfalls 1.0.0 und erlauben Code in textueller Syntax sowie grafisch als Sequenzdiagramm. Werkzeuge für OpenAPI und gRPC gehören zum SDK 1.0.0. Details listet die offizielle Release-Notes-Seite.

Kurs auf Netzwerk- und Integrationscode

Ballerina richtet sich an Anwendungsentwickler, die Netzwerksoftware und API-Integrationen schreiben, also genau die Backend-Schichten, die auch Online-Dienste, Live-Services und vernetzte Spieleinfrastruktur tragen. Für Teams, die neben Engines und Client-Tools Serverlogik pflegen, ist die Sprache damit ein zusätzliches Werkzeug im Toolchain-Alltag, vergleichbar mit dem Muster, das das Infrastrukturwerkzeug Pulumi Anfang September mit seiner 1.0 gezeigt hatte.

WSO2-Gründer Sanjiva Weerawarana, der das Projekt als Produktmanager begleitet, beschreibt 1.0 als Anfang, nicht als Abschluss: Bisher sei vor allem der ESB-Markt abgedeckt, weiteres Enterprise-Middleware soll nach und nach in die Sprache überführt werden. Als Programmiersprache auf der Java Virtual Machine mit Fokus auf Microservices und Cloud-Deployments positioniert sich Ballerina neben etablierten Server-Sprachen wie Java, Go und Kotlin.

Weitere News

Weitere News

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein