Brasiliens Games-Branche rechnete im September 2024 trotz des neuen Rechtsrahmens mit einer längeren Umsetzung. Abragames-Präsident Rodrigo Terra veranschlagte in Interviews von GamesIndustry.biz vom 24. September rund zwei Jahre. Das war eine Verbandseinschätzung, keine gesetzliche Frist.
Das Gesetz 14.852 vom 3. Mai 2024 sieht einen eigenen Wirtschaftsklassifikationscode für Spieleentwickler vor. Es erkennt Spieleentwicklung als Kultursegment für die Kulturförderung an und schließt Glücksspiel von seinen Vergünstigungen aus. Für Devkits nennt es ausdrücklich eine noch auszugestaltende Regelung der Zollabfertigung und Importabgaben.
Devkit-Zugang und Steuerentlastungen sind getrennte Fragen
Kokku-Gründer Thiago de Freitas schilderte dem Magazin Schwierigkeiten beim Zugang zu Entwicklungs- und Testgeräten. Terra berichtete von Teams, deren Devkits sechs Monate beim Zoll lagen. Er warnte zugleich davor, rasche Steuererleichterungen vorauszusetzen: Über deren Ausgestaltung müsse weiter verhandelt werden.
Die Debatte betrifft eine kleinteilige Entwicklerlandschaft. Eine Abragames-Studie erfasste für 2023 insgesamt 1.042 Studios. Die September-Interviews beschrieben Erwartungen an die Umsetzung, nicht bereits nachgewiesene Förderzahlungen oder kürzere Importzeiten.

