Galactic Racer: Fuse Games erklärt sein Modell für externe Entwicklung

Fuse Games hat Star Wars: Galactic Racer mit einem Kernteam von 75 Personen entwickelt. Über weite Teile der Produktion sei es deutlich kleiner gewesen, erklärt Studiochef Matt Webster in einem Interview über das verteilte Entwicklungsmodell mit GamesIndustry.biz. Die Zahl beschreibt ausdrücklich das interne Kernteam, nicht sämtliche Beschäftigten aller beteiligten Unternehmen.

Zusätzliche Kapazität und Fachkenntnisse kamen von externen Partnern. Fuse wollte dadurch vermeiden, für einzelne Produktionsphasen stark zu wachsen und später wieder Personal abzubauen. Webster nennt neben den persönlichen Folgen eines solchen Abbaus auch den Verlust von Wissen. Ob das Modell die Gesamtkosten senkt, beziffert das Interview nicht.

Drei Formen mit unterschiedlicher Nähe zum Kernteam

Am weitesten vom Kernteam entfernt liegt klassisches Outsourcing, etwa für einzelne Grafik-Assets. Fuse erstellt ein Briefing, erhält das Ergebnis und integriert es. Auch bei dieser Form hält Webster längerfristige Beziehungen für wichtig. Eine zweite Stufe umfasst eigenständige Funktionen: Der Fotomodus wurde beispielsweise an ein externes Team mit Produktion, Grafik, Benutzeroberfläche und Programmierung vergeben. Die Arbeit mit Unreal erlaubte laut Webster, diesen Teil getrennt zu entwickeln und anschließend einzubinden.

Co-Development ist enger verzahnt. Mitarbeiter anderer Unternehmen nehmen an den täglichen Abstimmungen teil, nutzen dieselben Slack-Kanäle und arbeiten in der gemeinsamen Codebasis. Die hierfür eingesetzten Studios sitzen laut Webster sämtlich in Großbritannien. Eine gemeinsame Zeitzone erleichtert die häufige direkte Kommunikation.

Mehr Partner erhöhen den Abstimmungsaufwand

Webster empfiehlt nicht, das Modell unverändert auf ein bestehendes Studio zu übertragen. Fuse habe die Organisation von Anfang an darauf ausgerichtet. Mit jedem zusätzlichen Partner steige der Betreuungs- und Koordinationsaufwand überproportional. Kleine interne Teams bedeuten deshalb nicht automatisch eine kleine Gesamtproduktion oder wenig Managementarbeit.

Die wirtschaftliche Bilanz lässt Webster noch offen: Für eine Aussage darüber, ob Galactic Racer die Verkaufserwartungen erfüllt, sei es zu früh. Das Interview liefert somit einen konkreten Produktionsansatz, aber noch keinen Nachweis für dessen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg.

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