Das FreeBSD-Projekt prüft einen Wechsel seines Versionskontrollsystems von Subversion (SVN) auf Git. Das gewählte Leitungsgremium des Projekts (Core Team) gab im Statusbericht für das zweite Quartal 2019 bekannt, eine eigene Arbeitsgruppe für die Prüfung eingerichtet zu haben. Als Leiter wurde der Entwickler Ed Maste berufen, der das Thema schon länger verfolgt und im Herbst 2018 auf der MeetBSD einen ausführlichen Vortrag dazu gehalten hatte.
SVN und Git standen noch vor rund zehn Jahren in direktem Wettbewerb. FreeBSD nutzt SVN zur Entwicklung seit etwa dieser Zeit, zuvor kam CVS zum Einsatz. Dass viele bedeutende Open-Source-Projekte schon seit Jahren auf Git umgestellt haben, ist für das FreeBSD-Leitungsgremium ein pragmatisches Argument: Dienste wie GitHub und GitLab haben dazu beigetragen, dass neue Entwickler Git als selbstverständlich kennen und andere Systeme kaum noch begegnen. Auch LLVM und zahlreiche Apache-Projekte zählten zuletzt zu den größeren SVN-zu-Git-Migrationen.
Innerhalb des Core Teams gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, wo und wie ein Git-Repository konkret gehostet werden soll. Einig ist man sich laut der Ankündigung darin, dass Git „der vernünftige Weg in die Zukunft“ sei. Vor dem eigentlichen Wechsel muss die Arbeitsgruppe wichtige Fragen klären, etwa ob und wie die bisherige Projekthistorie ins neue Repository übertragen werden soll. Besonderes Gewicht hat dabei die Lizenzfrage: Die Referenzimplementierung von Git verwendet die Copyleft-Lizenz GPLv2, die das FreeBSD-Projekt traditionell meidet. Möglicherweise suchen die Entwickler hier nach einer alternativen Implementierung.
Die Entscheidung für Git wäre kein Sonderfall. Für Entwicklerteams, die Spiele-Engines, Frameworks oder plattformnahe Software pflegen, ist die Wahl des Versionskontrollsystems eine Infrastrukturentscheidung mit direkten Auswirkungen auf Workflow, CI-Anbindung und Onboarding. Sicherheitsrelevante Eigenschaften dieser Tools spielen ebenfalls eine Rolle: Bereits 2017 zeigten Schwachstellen in Git, Mercurial und Subversion, dass SSH-URLs in Versionsverwaltungssystemen Befehle ausführen konnten.
Der Quartalsbericht des Projekts macht keine Angaben zu einem Zeitplan. Mit einem abgeschlossenen Wechsel sei erst in den kommenden Jahren zu rechnen, hielt die Meldung vom September 2019 fest.

