Das National Videogame Museum hat gemeinsam mit dem britischen Branchenverband Ukie eine landesweite Umfrage zur Spieleerhaltung und zu vorhandenen Sammlungen gestartet. Angesprochen sind Studios, Publisher, Beschäftigte und ehemalige Branchenangehörige sowie Personen, die entsprechende Bestände betreuen. Unterstützt wird das Vorhaben durch den BFI Screen Heritage Fund mit Mitteln der National Lottery.
Nicht nur fertige Spiele und Konsolen
Gesucht werden Informationen über Entwicklungsunterlagen, Grafiken, Hardware, Designdokumente, Marketingmaterial und Firmenarchive. Daneben untersucht die Befragung, wie die Branche über Erhaltung und ihr kulturelles Erbe denkt. Die Ergebnisse sollen helfen, vorhandene Bestände und Möglichkeiten ihrer Sicherung besser zu überblicken.
Der Fragebogen Behind the Screens ist online erreichbar. Er soll zunächst ein Gesamtbild der britischen Sammlungslandschaft liefern. Das ist noch kein fertiges öffentliches Archiv und keine Zusage, dass sämtliche gemeldeten Materialien anschließend zugänglich werden.
Zusammenarbeit zwischen Studios und Sammlungen
Die Projektbeschreibung sieht den Austausch zwischen Museen, Forschung, Spielebranche und privaten Sammlungen vor. Auch bisher wenig dokumentierte Entwicklungsprozesse und Korrespondenz gehören zum Untersuchungsfeld. Die Umfrage ist damit Teil eines größeren Vorhabens, das neben Beständen auch die Menschen hinter der Spieleproduktion berücksichtigt.
Auch in Deutschland wird über eine dauerhafte Infrastruktur für Spielearchive diskutiert. Der britische Ansatz setzt zunächst bei der Bestandsaufnahme an: Welche Unterlagen existieren, wer betreut sie und wo ist Zusammenarbeit für ihren Erhalt möglich?

