Das Mesa-Projekt hat am 7. September 2018 Mesa 18.2.0 veröffentlicht. Die Version ist als neue Entwicklungsversion gekennzeichnet und bringt Funktionen für OpenGL, OpenGL ES und mehrere freie Grafiktreiber. Für die endgültige Darstellung hängt der gemeldete API-Stand vom jeweils verwendeten Treiber ab.
Die Release Notes nennen unter anderem OpenGL 4.3 für virgl, ein OpenGL-4.4-Kompatibilitätsprofil für radeonsi und OpenGL ES 3.2 für radeonsi und virgl. Hinzu kommen Erweiterungen für Intel i965 sowie Verbesserungen bei den Nouveau-Treibern für NVIDIA-Hardware. Damit betrifft das Update sowohl Linux-Spieler als auch Teams, die ihre Grafiksoftware auf freien Treiberstacks testen.
Neue APIs für Radeon, Intel und virgl
Bei radeonsi kommen mehrere OpenGL- und OpenGL-ES-Funktionen hinzu. Genannt werden unter anderem ASTC-Texturkompression und Erweiterungen für Fragment-Shader. virgl erhält OpenGL 4.3 und OpenGL ES 3.2, wodurch virtuelle Linux-Grafikumgebungen einen breiteren API-Stand abdecken. Für i965 führt Mesa außerdem die Erweiterung GL_ARB_fragment_shader_interlock auf.
Die Entwicklung knüpft an Mesa 17.1 an. Die vorherige Version hatte unter anderem den Shader-Cache und weitere Vulkan-Funktionen für Linux-Spiele ergänzt. Mesa 18.2 erweitert nun vor allem den API-Stand und die Treiberabdeckung.
Fehlerkorrekturen für Spiele und Emulatoren
In der Liste der Fehlerkorrekturen stehen unter anderem Darstellungsprobleme in der Linux-Version von Neverwinter Nights, Fehler in Trine 1 sowie Grafikfehler in XCOM: Enemy Within. Weitere Einträge betreffen Wine-Anwendungen und den Dolphin-Emulator. Die Korrekturen sind einzelnen Treibern und Hardwaregenerationen zugeordnet und gelten nicht automatisch für jede Mesa-Konfiguration.
Mesa 18.2.0 war als Entwicklungsversion nicht für Systeme gedacht, bei denen Stabilität Vorrang hatte. Das Projekt empfahl in diesem Fall eine ältere Version oder das nächste Fehlerkorrektur-Release. Für Entwickler und Linux-Spieler bleibt die Veröffentlichung trotzdem relevant, weil sie neue Grafikpfade vor dem stabilen Wartungszweig verfügbar macht.

