Die Abertay University hat am 7. September 2018 das Forschungs- und Entwicklungsprojekt InGAME für den Games-Standort Dundee vorgestellt. Die University of Dundee und die University of St Andrews sind Hochschulpartner. Kleine und mittlere Studios sollen Zugang zu Forschung, Prototypenentwicklung und wirtschaftlichem Fachwissen erhalten.
Ein Ratsprotokoll der Stadt Dundee nennt für das geplante Games-Forschungszentrum neun Millionen Pfund. Die Sitzung fand am 15. August statt, das Dokument wurde am 5. September unterzeichnet. Es verweist auf einen erfolgreichen Förderantrag beim Arts and Humanities Research Council. Abertays Ankündigung nennt außerdem Unterstützung des Scottish Funding Council.
Neue Produkte und Geschäftsmodelle gemeinsam erproben
Zu den angekündigten Industriepartnern zählen 4J Studios, Microsoft, Sony Interactive Entertainment Europe, Outplay Entertainment und DeltaDNA. InGAME soll kreatives Experimentieren, schnelle Prototypen, Nutzeranalysen und Geschäftsmodelle verbinden. Studierende der drei Hochschulen sollen an Aufgaben aus Unternehmen arbeiten und dabei praktische Branchenerfahrung sammeln.
Das Ratsprotokoll nennt als erwartete Auswirkungen 40 neue Start-ups, 200 direkte und 1.100 indirekte Arbeitsplätze sowie 500 Ausbildungsgelegenheiten. Das sind Zielgrößen, keine bereits erreichten Ergebnisse. Ein detaillierter Zeitplan für diese Zahlen geht aus dem Protokolleintrag nicht hervor.
Die Förderzusage und die geplanten wirtschaftlichen Folgen sind deshalb getrennt zu betrachten. Aus dem Projektvolumen allein lässt sich weder die Höhe der Unterstützung für ein einzelnes Studio noch eine bestimmte Zahl dauerhaft finanzierter Stellen ableiten. Das offizielle Abertay-Foto illustriert die Arbeit mit VR-Technik, nicht die Eröffnung eines neuen Gebäudes.
Auch in Deutschland war öffentliche Förderung ein Branchenthema: Bei der Quo Vadis 2018 forderte der Verband GAME einen Games-Fonds. Das InGAME-Projekt beschreibt dagegen einen konkreten Forschungsverbund. Die genannten Projektmittel sind deshalb nicht unmittelbar mit einem allgemeinen Produktionsförderfonds vergleichbar.

