Ein US-Bundesgericht in Texas hat ZeniMax im Rechtsstreit mit Oculus am 27. Juni 2018 insgesamt 250 Millionen US-Dollar zugesprochen. Das Gerichtsurteil im Verfahren nennt 200 Millionen US-Dollar wegen Vertragsverletzung und 50 Millionen US-Dollar wegen Urheberrechtsverletzung.
Damit reduzierte das Gericht die zuvor von einer Jury zugesprochene Summe von 500 Millionen US-Dollar. Die nachträgliche Entscheidung des Gerichts verwarf den Anteil von 250 Millionen US-Dollar wegen einer unzureichend belegten falschen Kennzeichnung und ließ die übrigen Schadenspositionen bestehen.
Vertrags- und Urheberrechtsansprüche bleiben bestehen
Das finale Urteil führt die beiden verbleibenden Schadenspositionen getrennt auf. Für die Vertragsverletzung berechnete das Gericht zusätzlich Vorzugszinsen ab dem 21. Mai 2014. Die 50 Millionen US-Dollar wegen Urheberrechtsverletzung wurden ab dem 11. Dezember 2012 verzinst.
Weitere Ansprüche von ZeniMax wurden abgewiesen. Für eine von ZeniMax gegen John Carmack erhobene Umwandlungsklage stellte das Gericht zwar eine Haftung fest, sprach aber keinen Schadensersatz zu. Das Urteil enthielt außerdem Zinsen nach dem gesetzlichen Satz für die Zeit nach dem Erlass.
Rechtsstreit betrifft eine junge VR-Plattform
Der Fall spielte in einer Phase, in der sich Oculus als Plattform für PC-basierte Virtual Reality etablierte. Ein früherer Bericht zu Facebooks VR-Forschung zeigte im Mai 2018, wie stark das Unternehmen neben der Hardware auch an Software und Rekonstruktionsverfahren arbeitete.
Mit dem Urteil blieb der finanzielle Kern des Verfahrens bestehen, während ein Teil der Juryentscheidung entfiel. Über eine mögliche weitere Berufung entschied das Dokument noch nicht abschließend.

