Project Capillary: Google vereinfacht Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Android-Pushnachrichten

Google hat am 5. Juni 2018 Project Capillary vorgestellt. Die offizielle Meldung im Android Developers Blog beschreibt eine Open-Source-Bibliothek, die Ende-zu-Ende-verschlüsselte Pushnachrichten zwischen einem Entwickler-Server und Android-Geräten vereinfachen soll.

Firebase Cloud Messaging verschlüsselt die Verbindung zwischen Server und Gerät per SSL, die Nachricht selbst ist dadurch aber nicht automatisch Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Capillary übernimmt laut Google die Erzeugung und Registrierung von Schlüsseln sowie die Verschlüsselung auf dem Server und die Entschlüsselung in der App. Das ergänzt die ältere Android-Entwicklung mit React Native um einen Sicherheitsaspekt für vernetzte Anwendungen.

Schlüssel im Android Keystore

Die Bibliothek speichert Schlüssel im Android Keystore und kann Nachrichten bis zum Entsperren des Geräts geschützt zwischenspeichern. Damit lassen sich auch Inhalte absichern, die während einer nicht authentifizierten Gerätesitzung eintreffen. Für mobile Spiele und andere interaktive Apps ist das etwa bei sensiblen Kontoständen, Einladungen oder Benachrichtigungen relevant.

Bibliothek und Demo-App

Capillary unterstützt RSA-Verschlüsselung mit ECDSA-Authentifizierung sowie Web Push Encryption. Google veröffentlichte zusätzlich eine Demo-App mit gRPC-basiertem Server. Die Bibliothek ersetzt keine vollständige Serverarchitektur, die Anbindung an Datenbanken und die Nachrichtenerstellung bleiben Aufgabe des jeweiligen Projekts.

Der Quellcode steht als Capillary-Projekt auf GitHub bereit. Google nennt als Mindestbasis Android 4.4 KitKat mit API-Level 19.

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