Das GIMP-Projekt hat am 27. April 2018 GIMP 2.10.0 veröffentlicht. Die stabile Version folgt auf sechs Jahre Entwicklung seit GIMP 2.8 und bringt den begonnenen Wechsel zur Bildverarbeitungsbibliothek GEGL weitgehend zum Abschluss.
Die offiziellen Release Notes nennen unter anderem eine Verarbeitung mit hoher Farbtiefe, Mehrkernunterstützung und Hardwarebeschleunigung für Pixeloperationen. Farbverwaltung gehört nun zum Kern der Anwendung. Für die Gestaltung von Texturen, Konzeptgrafiken und anderen Produktionsdaten in Spieleprojekten ist damit eine aktuelle freie Arbeitsumgebung verfügbar.
GEGL, Farbtiefe und Farbverwaltung
GIMP 2.10 portiert die meisten Bildoperationen auf GEGL. Filter erhalten dadurch eine Vorschau direkt auf der Arbeitsfläche und können mit erweiterten Farbräumen umgehen. Die Version unterstützt neben dem bisherigen 8-Bit-Workflow auch höhere Farbtiefen, was bei der Bearbeitung von HDR-Daten und bei der Weitergabe an nachgelagerte Produktionsschritte relevant ist.
Das GIMP-Projekt hatte den Wechsel bereits in einem früheren GEGL-Entwicklungsstand vorbereitet. GIMP 2.10 führt diese Arbeit in einer stabilen Version weiter und ergänzt eine überarbeitete Farbverwaltung mit Profilunterstützung.
Neue Werkzeuge und Dateiformate
Neu oder überarbeitet sind unter anderem die Warp-, Unified- und Handle-Transformationswerkzeuge. Für digitale Malerei kommen eine drehbare und spiegelbare Arbeitsfläche, Symmetrieoptionen und die Unterstützung für MyPaint-Pinsel hinzu. Ein dunkles Thema, symbolische Symbole und eine erste HiDPI-Unterstützung ändern außerdem die Standardoberfläche.
Bei den Dateiformaten nennt das Projekt OpenEXR, RGBE, WebP und HGT sowie eine verbesserte PSD-Unterstützung. Metadaten lassen sich für Exif, XMP, IPTC und DICOM bearbeiten. GIMP 2.10 blieb damit ein allgemeines Bildbearbeitungswerkzeug, deckte aber mehrere Anforderungen ab, die auch bei der Erstellung und Prüfung von Spielinhalten auftreten.

