Ein Forschungsteam hat ein Verfahren vorgestellt, das aus einem einzelnen Video ein animierbares 3D-Modell einer Person rekonstruiert. Die auf arXiv veröffentlichte Arbeit zu Video Based Reconstruction of 3D People Models beschreibt einen Ansatz, der eine Person aus einer monokularen Aufnahme erfasst und daraus ein digitales Doppel mit beweglichem Körpermodell erzeugt.
Das System verarbeitet die Bildfolge einer Kamera und trennt die Person vom Hintergrund. Aus den sichtbaren Körperpartien, der Bewegung und den Bildinformationen entsteht ein Modell mit Gelenken, Haaren, Kleidung und Oberflächendetails. Die Autoren geben für die Rekonstruktion eine Genauigkeit im Bereich von ungefähr fünf Millimetern an, wobei die Qualität von Aufnahme, Bewegung und Sichtbarkeit abhängt.
Das Verfahren ist für Situationen ausgelegt, in denen keine Mehrkamera-Aufnahme und kein spezieller 3D-Scanner zur Verfügung stehen. Verdeckte Körperbereiche müssen aus den vorhandenen Bildern abgeleitet werden. Damit eignet sich die Technik vor allem für die schnelle Erstellung digitaler Personenmodelle, nicht als vollständiger Ersatz für jede professionelle Vermessung.
Als mögliche Einsatzfelder nennen die Forscher digitale Avatare, soziale virtuelle Räume und Anwendungen mit beweglichen Charakteren. Für die Spieleentwicklung ist besonders die Kombination aus Geometrie, Texturen und einem animierbaren Skelett relevant. Die Arbeit knüpft damit an frühere Werkzeuge wie Autodesk Memento an, verschiebt den Schwerpunkt aber von einzelnen Scans auf die Rekonstruktion aus Videomaterial.

