Microsoft und Unity haben am 19. März 2018 eine Zusammenarbeit für Windows-ML-Unterstützung in Unity ML-Agents angekündigt. Die Mitteilung erschien zur Game Developers Conference 2018. Die Anbindung sollte trainierte Modelle in Unity-Spielen unter Windows 10 auswerten und DirectML zur Hardwarebeschleunigung nutzen. Sie war noch nicht ausgeliefert.
Unity hatte ML-Agents bereits im September 2017 als offene Beta veröffentlicht. Das damalige Einführungsvideo zum Toolkit erläutert dessen Grundidee. Es ist keine Demonstration der erst später angekündigten Windows-ML-Anbindung.
Training und Auswertung sind verschiedene Arbeitsschritte
ML-Agents stellt Spiel- und Simulationsumgebungen für das Training bereit. Windows ML führt dagegen bereits trainierte Modelle aus. Microsoft nennt dafür den Austausch über ONNX. Die geplante Kooperation verband somit Entwicklungswerkzeug und lokale Inferenz, nicht das Training sämtlicher Modelle direkt im fertigen Spiel.
Der technische Hintergrund ist die GPU-Inferenz mit DirectML auf Basis von Direct3D 12. Daraus folgt keine garantierte Beschleunigung jedes Unity-Projekts. Das Beitragsbild zeigt Microsofts damalige Windows-ML-Architektur, keine Benutzeroberfläche einer fertigen Unity-Integration.
ML-Agents 0.3 brachte unabhängig davon neue Lernverfahren
Die Release Notes der Beta 0.3.0 vom 15. März 2018 nennen Behavioral Cloning, gleichzeitiges Training mehrerer Brains und LSTM-Modelle. Außerdem entfiel Python-2-Unterstützung. Diese Änderungen sind von der Windows-ML-Ankündigung zu trennen; die Release Notes führen keine bereits ausgelieferte WinML-Anbindung auf.
Der Beitrag beschreibt die Ankündigung und den Toolkit-Stand vom März 2018, nicht die heutigen Schnittstellen oder den späteren Abschluss der Zusammenarbeit.

