HDMI 2.2: Ultra96-Kabel sind bestellbar, Versand folgt im Oktober

Silkland nimmt Bestellungen für seine H96-Kabel mit Ultra96-Zertifizierung und bis zu 96 Gbit/s entgegen. Angeboten werden Ausführungen mit zwei und drei Metern Länge. Für das Zwei-Meter-Modell zeigt der Hersteller-Shop 32,99 US-Dollar an. Bestellbarkeit bedeutet allerdings noch keine sofortige Lieferung: Der Versand soll in Chargen während der Woche ab dem 5. Oktober 2026 beginnen. Ein bestätigter deutscher Endpreis lässt sich aus der US-Dollar-Angabe nicht ableiten.

Auch ELECOM hat Ultra96-Kabel für den japanischen Markt angekündigt. Die Mitteilung vom 8. September nennt Mitte November als Verkaufsstart; Preise und weitere Produktdetails sollen später folgen. Auf die Vorstellung von HDMI 2.2 folgen damit konkrete Kabelangebote, während die nutzbaren Bildformate weiterhin von den angeschlossenen Geräten abhängen.

96 Gbit/s schaffen Reserven für 4K mit 240 Hz

HDMI Licensing Administrator nennt für HDMI 2.2 eine maximale Übertragungsrate von 96 Gbit/s. Das verdoppelt die Obergrenze gegenüber den 48 Gbit/s eines Ultra-High-Speed-HDMI-Kabels. Zu den unterstützten Formaten gehören unkomprimiertes 4K mit 240 Hz und 8K mit 60 Hz bei voller Farbauflösung von 4:4:4 und 10 oder 12 Bit Farbtiefe. Die Schnittstelle überträgt diese Bilddaten, berechnet sie aber nicht: Eine höhere Kabelbandbreite steigert nicht die Renderleistung einer GPU.

Bei Geräten ist Ultra96 nicht automatisch eine Zusage für einen 96-Gbit/s-Anschluss. Die Bezeichnung darf auch für Produkte mit maximal 64 oder 80 Gbit/s verwendet werden. Das Ultra96-Kabel ist für bis zu 96 Gbit/s vorgesehen. Für einen konkreten Betriebsmodus zählen deshalb die tatsächlich unterstützte Datenrate und die Bildformate von Quelle, Display und gegebenenfalls zwischengeschalteten Geräten.

Für heutige Xbox-Systeme kein Leistungsupgrade

Microsoft führt die Xbox Series X mit HDMI 2.1 und einem Leistungsziel von bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Ein neues Kabel macht daraus keinen HDMI-2.2-Ausgang und schaltet keinen 240-Hz-Modus frei. Die Kabelankündigungen liefern auch keinen Nachweis, dass eine kommende Xbox bestimmte HDMI-2.2-Funktionen unterstützen wird.

Für künftige Gaming-Displays und Entwicklungsarbeitsplätze ist die größere Bandbreite vor allem dann relevant, wenn hohe Auflösung, hohe Bildwiederholrate und volle Farbinformation gleichzeitig benötigt werden. Daraus ergibt sich auch ein möglicher Nutzen für Grafik- und Displaytests in QA-Teams. Voraussetzung bleibt eine durchgängig passende Signalkette. Ein funktionierendes bestehendes Setup benötigt allein wegen des neuen Kabelstandards keinen Austausch.

Zertifizierung und Synchronisation getrennt betrachten

Das offizielle Zertifizierungslabel lässt sich per QR-Code überprüfen. Die Prüfung weist Marke, Modell und Kabellänge aus und ist aussagekräftiger als eine bloße HDMI-2.2-Werbeaufschrift. HDMI Licensing Administrator beschreibt außerdem fortlaufende Kontrollen zertifizierter Kabel aus dem Handel.

Zur Spezifikation gehört das Latency Indication Protocol für die Abstimmung von Bild und Ton. Es hilft kompatiblen Geräten, Verzögerungsunterschiede etwa in Verbindungen mit AV-Receiver oder Soundbar auszugleichen. Das ist keine pauschale Zusage für geringeren Eingabelag und keine Funktion, die ein passives Kabel allein nachrüstet.

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