Bochumer Studie: Actionspieler lösen Lernaufgabe genauer

Die Ruhr-Universität Bochum meldete am 4. Oktober 2017 bessere Ergebnisse regelmäßiger Actionspieler bei einer Aufgabe zum Lernen von Wahrscheinlichkeiten. Sabrina Schenk, Robert K. Lech und Boris Suchan verglichen 17 Personen mit nach eigenen Angaben mehr als 15 Spielstunden pro Woche mit 17 Personen ohne regelmäßige Spielerfahrung.

Im Versuch mussten die Teilnehmenden aus Kombinationen von Symbolkarten auf Regen oder Sonnenschein schließen. Rückmeldungen über richtige und falsche Entscheidungen ermöglichten schrittweises Lernen. Die Spielergruppe ordnete die Kombinationen genauer zu, besonders bei unsicheren Verteilungen wie 60 Prozent Regen und 40 Prozent Sonne.

Gruppenvergleich statt zufällig zugeteiltem Training

Die wissenschaftliche Zusammenfassung der Originalarbeit in Behavioural Brain Research beschreibt außerdem stärkere Aktivierung unter anderem im Hippocampus während der Aufgabe. Erfasst wurde die Gehirnaktivität mit funktioneller Magnetresonanztomografie. Die Arbeit erschien online am 24. August 2017 und im Septemberband der Fachzeitschrift.

Die Untersuchung vergleicht bereits bestehende Spielgewohnheiten. Sie teilt nicht zufällig Personen einem mehrwöchigen Spieletraining oder einer Kontrollbedingung zu. Daraus folgt eine Grenze der Interpretation: Der beobachtete Gruppenunterschied allein klärt nicht, ob Spielen die bessere Leistung verursacht hat oder ob andere Merkmale der Teilnehmenden dazu beitragen.

Auch eine bessere Leistung in dieser Aufgabe ist kein Nachweis für allgemein bessere Schulnoten, erfolgreichere Berufsarbeit oder eine medizinische Behandlung. Für solche Übertragungen wären eigene Untersuchungen nötig. Der Beitrag gibt keine Empfehlung zur Dauer des Spielens.

Bereits 2015 hatte Ibrahim Mazari einen stärkeren Einsatz von Game-Based Learning im Bildungssystem gefordert. Die Bochumer Untersuchung behandelt eine andere Frage: Unterschiede beim Wahrscheinlichkeitslernen zwischen regelmäßigen Spielern und Nichtspielern, nicht den Erfolg eines konkreten Lernspiels im Unterricht. Das Logo des beteiligten SFB 874 ist ein Symbolbild, keine Aufnahme der Versuchspersonen.

Weitere News

Weitere News

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein