Imagination Technologies hat am 22. Juni 2017 einen formalen Verkaufsprozess für die gesamte Unternehmensgruppe gestartet. In der offiziellen Mitteilung erklärte der britische Entwickler von Grafik- und Prozessor-IP, mehrere Interessenten hätten eine mögliche Übernahme des Konzerns signalisiert.
Der Schritt folgte auf die Auseinandersetzung mit Apple. Apple hatte im April angekündigt, künftige Produkte ab einem Zeitraum von 15 bis 24 Monaten nicht mehr mit Imagination-Grafikprozessoren ausstatten zu wollen. Imagination bestritt die damalige Darstellung, dass Apple die Lizenzzahlungen vollständig einstellen könne, und leitete ein vertragliches Streitbeilegungsverfahren ein.
PowerVR bleibt ein Kernbereich
Imagination hatte Anfang Mai zunächst den Verkauf der Geschäftsbereiche MIPS und Ensigma angekündigt, um die Bilanz zu stärken und Ressourcen auf PowerVR zu konzentrieren. Nach dem Eingang weiterer Angebote wurde der Prozess auf die gesamte Gruppe ausgeweitet. Die Mitteilung nannte keine Kaufinteressenten und betonte, dass weder ein Angebot noch ein Abschluss sicher sei.
PowerVR liefert lizenzierbare Grafik- und Videoeinheiten für SoCs in Mobilgeräten, eingebetteten Systemen und VR-Hardware. Der PowerVR-Grafikprozessor mit Furian-Architektur war wenige Wochen zuvor für VR und mobile 3D-Grafik vorgestellt worden. Für Spieleentwickler sind solche IP-Bausteine relevant, weil sie die Grafik- und Compute-Funktionen künftiger Endgeräte mitbestimmen.

