Der Branchenverband BIU hat am 19. April 2017 einen Rückgang der Beschäftigung bei deutschen Games-Entwicklern und Publishern um 13 Prozent gemeldet. Die Auswertung nennt 11.140 Beschäftigte gegenüber 12.839 im Vorjahr. Grundlage ist die Branchendatenbank Industriekompass Games mit Recherchen, Hochrechnungen und Expertenbefragungen.
Die Zahl der Entwicklungsunternehmen stieg von 441 auf 460. Entwickler und Publisher zusammen zählte der Verband 521. Einschließlich angrenzender Bereiche wie Handel, Forschung und Medien nennt er 28.460 Arbeitsplätze. Diese Gesamtzahl ist nicht mit den direkten Stellen bei Studios und Publishern gleichzusetzen.
Mehr Unternehmen bedeuten nicht automatisch mehr Stellen
Die gegenläufigen Zahlen erlauben keine Aussage darüber, ob einzelne neu gegründete Studios Personal aufgebaut haben. Unternehmenszahl und Beschäftigung messen unterschiedliche Größen. Die Verbandsauswertung ersetzt zudem keine vollständige Erfassung jedes einzelnen Arbeitsverhältnisses.
Der BIU führte den Stellenrückgang auf Wettbewerbsdruck und unzureichende Standortbedingungen zurück und forderte eine modernisierte Medienförderung. Diese Erklärung ist die politische Bewertung des Verbands, kein aus den Beschäftigtenzahlen allein bewiesener Zusammenhang.
Bereits 2015 hatte der BIU direkte Beschäftigung und Arbeitsplätze im Games-Umfeld getrennt ausgewiesen. Für Zeitvergleiche müssen deshalb jeweils dieselben Beschäftigtengruppen gegenübergestellt werden. Der Beitrag dokumentiert die Auswertung von 2017, keine aktuellen Arbeitsmarktdaten.

