Die US-Handelsbehörde FTC und Amazon haben am 4. April 2017 vereinbart, ihre Berufungen in einem Verfahren zu unautorisierten In-App-Käufen zu beenden. Die offizielle FTC-Mitteilung machte damit den Weg für Rückerstattungen an betroffene Verbraucher frei. Im Verfahren ging es unter anderem um mobile Spiele, die Kinder über Amazons App Store nutzten.
Ein US-Bundesgericht hatte bereits im April 2016 festgestellt, dass Amazon Eltern für Käufe ihrer Kinder belastet hatte, ohne deren Zustimmung einzuholen. Amazon legte gegen diesen Teil der Entscheidung Berufung ein, während die FTC gegen die Ablehnung einer weitergehenden Unterlassungsverfügung vorging. Mit dem Ende der Rechtsmittel konnte das Rückerstattungsverfahren starten.
Mehr als 70 Millionen US-Dollar konnten betroffen sein
Nach Angaben der FTC konnten mehr als 70 Millionen US-Dollar an In-App-Käufen aus dem Zeitraum von November 2011 bis Mai 2016 für Rückerstattungen infrage kommen. Amazon sollte das Verfahren selbst organisieren. Details zur Antragstellung wollte die Behörde zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen.
Der Fall stand im Zusammenhang mit ähnlichen Verfahren gegen Apple und Google. Die FTC leitete daraus eine branchenweite Frage ab: Anbieter müssen vor der Belastung eines Kontos eine wirksame Zustimmung einholen. Die damalige Debatte über Zahlungsmodelle in mobilen Spielen ergänzte eine frühere Meldung zur Einmalzahlung im iOS-App-Store.
Zustimmung als Vorgabe für Spieleplattformen
Für Entwickler und Plattformbetreiber betraf das Verfahren damit nicht nur die Rückzahlung alter Käufe. Es ging auch um die Gestaltung von Bezahlvorgängen in Spielen und Apps, die sich an Kinder richten. Die FTC verwies darauf, dass Kosten und Zustimmung vor dem Kauf verständlich und wirksam geklärt werden müssen.

