Intel hat Anfang April 2017 zentrale Komponenten des Media SDK für Linux als Open Source freigegeben. Der erste GitHub-Commit stammt vom 4. April. Die Programmierschnittstelle erschließt hardwarebeschleunigte Videodekodierung, Encoding und Vorverarbeitung auf Intel-Systemen mit integrierter Grafik.
Die Freigabe unter MIT-Lizenz umfasst die Bibliothek libmfxhw und zugehörige Plugins, die Flexible Encode Infrastructure für AVC sowie Build- und Test-Infrastruktur. Andere Produkte wie die Windows-Ausgabe und zusätzliche Media-Server-Studio-Werkzeuge bleiben laut damaliger FAQ geschlossen.
Offenes SDK benötigt zunächst einen geschlossenen Treiber
Die Installations- und Versionshinweise der ersten Ausgabe verlangen Media Server Studio 2017 R2. Dessen Linux-Grafiktreiber und eine spezielle LibVA-Version müssen vor dem SDK-Build installiert werden. Die damaligen Treiber aus dem freien 01.org-Projekt sind nicht kompatibel.
CentOS 7.2 ist die einzige getestete und empfohlene Plattform. Die Hardwareliste nennt Core-Prozessoren der fünften und sechsten Generation sowie ausgewählte Xeon-E3-v4- und v5-Systeme. Diese Voraussetzungen beschreiben die erste Ausgabe, keine heutige Installationsempfehlung.
Der Intel Skull Canyon NUC mit Iris Pro steht beispielhaft für damalige Rechner mit integrierter Intel-Grafik; das Titelbild zeigt dieses Gerät, nicht das SDK. Für Capture- und Streaming-Werkzeuge ist der Zugang zur Videoverarbeitung relevant. Bereits 2016 hatte AMD das Advanced Media Framework geöffnet.

