Google hat am 16. März 2017 den quelloffenen JPEG-Encoder Guetzli vorgestellt. Die Ausgabe bleibt mit vorhandenen Browsern und Bildprogrammen kompatibel. Google nennt im Ankündigungsblog 35 Prozent kleinere Dateien gegenüber verfügbaren Verfahren. Das README der Version 1.0 beschreibt dagegen typischerweise 20 bis 30 Prozent gegenüber libjpeg bei vergleichbarer Bildqualität. Beide Werte stammen vom Entwickler, nicht aus einem unabhängigen Test.
Optimierung innerhalb des JPEG-Standards
Guetzli sucht nach Kompressionsparametern, die Bildgröße und wahrnehmbare Fehler gegeneinander abwägen. Dabei setzt der Encoder vor allem bei der Quantisierung an. Diese Suche kostet mehr Rechenzeit als herkömmliche Verfahren; ein neues Anzeigeformat entsteht dadurch nicht.
Die am 15. März veröffentlichte Version 1.0 behebt zwei Absturzursachen und erläutert die Speicheranforderungen genauer. Das zugehörige README verlangt rund 300 MB Arbeitsspeicher je Megapixel des Eingabebilds. Ein Foto mit zwölf Megapixeln würde nach dieser Faustregel allein dafür etwa 3,6 GB benötigen.
Für hochwertige Vorlagen, nicht für Transparenz
Als Eingabe akzeptiert das Programm PNG und JPEG; ausgegeben werden sequenzielle, nicht progressive JPEG-Dateien. Bereits stark verlustbehaftet komprimierte Bilder sind laut Dokumentation weniger geeignet. Transparente PNG-Flächen werden vor der JPEG-Ausgabe auf Schwarz gelegt. Für freigestellte Grafiken mit benötigtem Alphakanal ist dieser Ablauf daher ungeeignet.
Für die Aufbereitung von Fotos bietet etwa darktable 2.2.0 eine automatische Perspektivkorrektur. Guetzli übernimmt einen anderen Arbeitsschritt: die Komprimierung für die spätere Auslieferung. Wegen der aufwendigen Suche liegt der Einsatz bei einmal vorbereiteten, häufig abgerufenen Webbildern näher als bei zeitkritischen Uploads.

