Docker hat Version 1.13 mit erweiterten Swarm-Funktionen und einer neu gegliederten Kommandozeile vorgestellt. Der Release wurde am 18. Januar 2017 veröffentlicht; die Produktankündigung folgte am 19. Januar. Für Entwicklung und Betrieb rückt damit die gemeinsame Beschreibung containerisierter Anwendungen stärker in den Mittelpunkt.
Compose-Dateien für Swarm verwenden
Mit docker stack deploy lassen sich Dienste anhand einer Compose-Datei auf einem Swarm bereitstellen. Das verbindet die Anwendungsbeschreibung mit dem Deployment auf einem Cluster. Container bündeln Anwendungen und deren Abhängigkeiten; für Build- und Testumgebungen ist die reproduzierbare Beschreibung dieser Zusammensetzung entsprechend wichtig.
Die Kommandozeile gruppiert Befehle nach Objekten wie container und image. Bisherige Befehlsformen bleiben verfügbar. Zudem kann der neue Client mit älteren Daemon-Versionen eine passende API-Version aushandeln. Die Umstellung verlangt damit nicht, sämtliche Arbeitsabläufe sofort auf die neue Schreibweise umzubauen.
Speicherbereinigung entfernt auch Volumes
Neu sind docker system df zur Anzeige des Speicherverbrauchs und docker system prune zum Entfernen ungenutzter Ressourcen. Der Quellcode von Version 1.13.0 zeigt einen wichtigen Umfang: Der Bereinigungsbefehl erfasst standardmäßig gestoppte Container, nicht mehr verwendete Netzwerke, sogenannte Dangling-Images sowie Volumes, die kein Container mehr verwendet.
Ein ungenutztes Volume ist nicht zwangsläufig wertlos. Darin können weiterhin benötigte Daten liegen. Vor einer Bereinigung sind deshalb die betroffenen Ressourcen und deren Sicherung zu prüfen. Die Option --all erweitert die Image-Auswahl; --force unterdrückt die Sicherheitsabfrage. Beide Optionen sind keine Voraussetzung für das Entfernen ungenutzter Volumes in dieser Version.
Managed Plugins benötigen Anpassungen beim Upgrade
Die Release Notes zu Docker 1.13.0 warnen außerdem vor einer Änderung der experimentellen Managed-Plugin-Schnittstelle. Unter Docker 1.12 installierte Plugins müssen vor dem Upgrade deinstalliert und anschließend in kompatibler Form erneut installiert werden. Experimentelle Funktionen wie Service-Logs oder die Prometheus-Metrikschnittstelle sind zudem von den regulären Funktionen der Veröffentlichung zu unterscheiden.

