Daedalic Entertainment hat im November 2016 zwölf betriebsbedingte Kündigungen angekündigt. Nach dem Originalbericht von GamesWirtschaft vom 22. November betraf der Stellenabbau die Hamburger Zentrale. Zusätzlich sollten befristete Verträge auslaufen, ohne verlängert zu werden. Für diese zweite Gruppe nennt der Bericht keine Zahl.
Längere Entwicklung und sinkende Erlöse pro Titel
Carsten Fichtelmann, damals Geschäftsführer und Mitgründer, begründete die Maßnahme im Gespräch mit GamesWirtschaft mit gestiegenen Kosten und zurückgegangenen Erlösen je Titel. Die Entwicklung von Silence habe zudem deutlich länger gedauert als geplant. Produktionen sollten künftig schneller und effizienter entstehen.
Diese Begründung ist die Sicht der Geschäftsführung. Sie belegt weder, dass einzelne Beschäftigte die Verzögerungen verursacht haben, noch dass weniger Personal automatisch kürzere Produktionszeiten ermöglicht. Der Bericht enthält keine Projektkalkulation, mit der sich eine solche Wirkung unabhängig prüfen ließe.
Düsseldorfer Team laut Bericht nicht betroffen
Das neunköpfige Team in Düsseldorf arbeitete dem Bericht zufolge weiter an The Long Journey Home. Daneben erwähnte Fichtelmann Prototypen auf Unreal-Engine-4-Basis außerhalb des Adventure-Kerngeschäfts.
Die bereits im April beschriebene prozedurale Galaxie von The Long Journey Home zeigt einen anderen Produktionsansatz als ein fest geskriptetes Adventure. Ob ein solcher Genremix wirtschaftlich besser funktioniert, lässt sich aus der technischen Gestaltung eines einzelnen Projekts nicht ableiten.
Archivhinweis: Der Beitrag dokumentiert die Personalentscheidung und Aussagen von November 2016. Das offizielle Spielmotiv zu The Long Journey Home illustriert das damalige Projekt, nicht den Stellenabbau. Es handelt sich nicht um eine aktuelle Personalnachricht.

