GWT 2.8: Java-8-Syntax und JsInterop für Webanwendungen

GWT 2.8.0 ist am 20. Oktober 2016 erschienen. Die neue Version des Java-zu-JavaScript-Werkzeugs unterstützt Java-8-Sprachsyntax und übernimmt mehrere zuvor erprobte Funktionen in die stabile Versionslinie. Vollständige Sprachsyntax bedeutet dabei nicht, dass die gesamte Java-Standardbibliothek im Browser verfügbar ist.

Java-Bibliothek und Generatoren getrennt betrachten

Die Release Notes nennen eine teilweise Umsetzung von Java-8-Bibliotheksfunktionen. Bestehender Java-Code muss deshalb weiterhin darauf geprüft werden, welche APIs die Browser-Laufzeit tatsächlich bereitstellt. Statische und Default-Methoden von Interfaces sind außerdem für GWT-Generatoren nicht sichtbar. Als Alternative verweist das Projekt auf Annotation Processors.

Für Java-Teams betrifft das einen anderen Bereich als die Unterstützung von Lambda-Ausdrücken in Entwicklungswerkzeugen wie IntelliJ IDEA. Sprachverständnis im Editor, Übersetzung durch einen Web-Compiler und verfügbare Laufzeitbibliothek sind drei getrennte Voraussetzungen. Eine fehlerfreie Bearbeitung in der IDE garantiert noch keinen passenden Browser-Build.

JsInterop wird stabil, GSS bleibt eine bewusste Umstellung

JsInterop verlässt innerhalb der 2.8-Versionslinie den experimentellen Status. Die Schnittstelle verbindet Java-Code mit JavaScript. Auch GSS für Stylesheets gilt als stabil, wird aber nicht automatisch eingeschaltet: Dafür ist die Einstellung CssResource.enableGss vorgesehen. Die ältere CssResource-Syntax ist als veraltet gekennzeichnet.

Das offizielle Versionsarchiv führt GWT 2.8.0 mit dem Veröffentlichungsdatum und SDK-Download. Der vorherige stabile Hauptstand 2.7 stammt vom November 2014. Beim Wechsel lohnt daher nicht nur die Prüfung des Anwendungscodes, sondern auch der Generatoren und Stylesheet-Verarbeitung. Konkrete Leistungsgewinne sollten am eigenen Projekt gemessen werden; aus Änderungen am Optimierer allein folgt keine allgemeingültige Beschleunigung.

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