Razer hat am 17. Oktober 2016 die Übernahme des Großteils der Vermögenswerte von THX bekannt gegeben. Management und Beschäftigte wechseln ebenfalls mit. Finanzielle Einzelheiten nennt die Mitteilung nicht. Die Transaktion betrifft damit einen Anbieter von Audio- und Bildzertifizierungen, nicht lediglich eine Produktmarke für Gaming-Zubehör.
THX behält eigenes Management
THX soll als eigenständiges Unternehmen mit eigener Führung weiterarbeiten, getrennt vom laufenden Geschäft der Muttergesellschaft. Die Betreuung anderer Industriepartner bleibt vorgesehen. Aus der Übernahme folgt somit keine angekündigte Beschränkung des Zertifizierungsgeschäfts auf Razer-Produkte.
Das Unternehmen will seine bisherigen Aktivitäten für Kinos, Heimunterhaltung und mobile Nutzung fortsetzen und weitere Kategorien erschließen. Die Mitteilung nennt unter anderem immersive Audiotechnik, HDR und Kopfhörer. Außerdem sieht THX Möglichkeiten bei künftigen Augmented- und Virtual-Reality-Erlebnissen. Konkrete neue Geräte oder bereits verfügbare VR-Zertifizierungen werden damit noch nicht vorgestellt.
Ein anderer Zukauf als Ouya
Razer hatte 2015 bereits die Softwaresparte und das Entwicklerteam von Ouya übernommen. Damals standen Plattformsoftware und Inhalte im Mittelpunkt, nicht die Hardware des Konsolenanbieters. Bei THX geht es nun um Zertifizierung und die dahinterstehende Organisation. Für die Bewertung solcher Zukäufe ist dieser Unterschied wichtig: Die Übernahme von Vermögenswerten ist nicht automatisch mit dem Kauf sämtlicher Geschäftsbereiche oder aller Anteile eines Unternehmens gleichzusetzen.

