Die Qt Company hat am 4. November 2016 Qt 5.8 als Beta veröffentlicht. Release Manager Jani Heikkinen bestätigt den Entwicklungsstand auf der offiziellen Mailingliste. Die Vorschau überarbeitet unter anderem die Grafikarchitektur von Qt Quick und die Konfiguration der Qt-Bibliotheken.
Qt Quick ist nicht mehr fest an OpenGL gebunden
Die zeitgenössische Funktionsübersicht zu Qt 5.8 beschreibt einen umgebauten Scene Graph. Dessen bisherige OpenGL-Abhängigkeit entfällt, damit auch Backends für andere Grafikschnittstellen entwickelt werden können. Konkret enthalten ist ein experimentelles Direct3D-12-Backend. Die Erwähnung von Vulkan als möglicher Grundlage bedeutet dagegen nicht, dass bereits ein fertiges Vulkan-Backend ausgeliefert wird.
Der bisher separat angebotene Qt Quick 2D Renderer wird als Software-Backend integriert. Teilaktualisierungen sollen verhindern, dass bei kleinen Änderungen stets die gesamte Darstellung neu gezeichnet werden muss. Für interaktive Oberflächen ist das eine andere Optimierung als die Wahl einer hardwarebeschleunigten Grafik-API.
QML-Cache und gezielter Bibliotheksumfang
Aus QML- und JavaScript-Dateien erzeugte Strukturen lassen sich auf dem Datenträger zwischenspeichern. Die .qmlc– und .jsc-Dateien werden über Memory Mapping geladen. Das Projekt nennt kürzere Startzeiten und geringeren Speicherverbrauch als Ziele; konkrete Leistungswerte für eine Anwendung ergeben sich daraus noch nicht.
Das Qt-Lite-Projekt ergänzt eine überarbeitete Konfiguration. Nicht benötigte Funktionen und APIs können aus einem Qt-Build ausgeschlossen werden. Der Ansatz richtet sich besonders an eingebettete Geräte, lässt sich aber auch für Desktop- und Mobilanwendungen verwenden.
Für die Untersuchung laufender Qt-Anwendungen hatte KDAB mit GammaRay 2.5 bereits Werkzeuge für Qt 5.7 und Qt 3D ergänzt. Beim Test der neuen Beta sind solche Analysewerkzeuge und die tatsächlich verwendete Qt-Version aufeinander abzustimmen.

