Frankreich prüft Spieleförderung gegen Geschlechterstereotype

Frankreich erwägt ein Label und veränderte Förderkriterien, um Geschlechterstereotype in Videospielen zurückzudrängen. Das geht aus einer am 31. Mai 2016 veröffentlichten Regierungsantwort auf die schriftliche Frage 90155 der Abgeordneten Catherine Coutelle hervor. Die Maßnahmen werden als Möglichkeiten genannt, nicht als verabschiedete Regeln.

Arbeitsgruppe untersucht Förderung und Darstellung

Die Antwort beschreibt eine Arbeitsgruppe mit Wirtschafts- und Kulturministerium, Filmförderinstitution CNC und Branchenvertretern. Neben einem speziellen Label kommen Änderungen an den Kriterien des Fonds d’aide au jeu vidéo und Maßnahmen bei Spieleveranstaltungen infrage. Ein konkreter Kriterienkatalog oder Starttermin wird nicht festgelegt.

Coutelle hatte gefragt, wie öffentliche Finanzierung an Gleichstellung und den Abbau von Geschlechterstereotypen gebunden werden könne. Die Regierung verbindet das Thema mit einem zweiten Ziel: mehr Frauen in Ausbildung und Berufen der Spielebranche. Inhaltliche Darstellung und personelle Zusammensetzung der Studios werden damit gemeinsam behandelt.

Keine neue Kennzeichnungs- oder Vermarktungspflicht

Die Antwort belegt weder ein eingeführtes Label noch neue Vermarktungsverbote. Für Studios beschreibt sie eine politische Arbeitsrichtung, keine unmittelbar anzuwendende Förderbedingung. Während die Berliner E-Sport-Anhörung über Vereine und Trainingsräume beriet, konzentriert sich diese französische Initiative auf Gleichstellung in Spieleproduktion und Ausbildung.

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