Die Staatsanwaltschaft Tokio hat vor dem Bezirksgericht eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren sowie Geldauflagen von insgesamt 172,5 Millionen Yen für Sonic-Miterfinder Yuji Naka gefordert. Die Berichterstattung zum Verfahren nennt eine Strafe von 2,5 Millionen Yen und eine zusätzliche Zahlung von 170 Millionen Yen. Das Urteil wurde für den 7. Juli 2023 erwartet.
Nach Darstellung des Guardian argumentierten die Staatsanwälte, Naka habe seine beruflich erlangten Informationen bewusst für Aktienkäufe genutzt. Die Verteidigung beantragte eine Reduzierung der Geldauflage und eine Aussetzung der Haftstrafe zur Bewährung. Naka selbst soll sich für die Schädigung von Markt und Anlegervertrauen entschuldigt haben.
Aktienkäufe vor zwei Spieleankündigungen
Naka war am 18. November 2022 erstmals festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, vor der Bekanntgabe von Dragon Quest Tact rund 10.000 Aktien des Entwicklerstudios Aiming im Wert von etwa 2,8 Millionen Yen gekauft zu haben. Am 7. Dezember 2022 folgte eine zweite Festnahme. Dabei ging es um rund 120.000 Aktien von ATeam Entertainment, die Naka vor der Ankündigung der Zusammenarbeit mit Square Enix erworben haben soll.
Zur Zeit der Aktienkäufe arbeitete Naka für Square Enix und leitete dort die Entwicklung von Balan Wonderworld. Er war 2018 zu dem Publisher gewechselt, nachdem er über zwei Jahrzehnte bei Sega gearbeitet und dort das Sonic Team geleitet hatte.
Schuldgeständnis im März
In der ersten Anhörung vor dem Bezirksgericht Tokio im März 2023 hatte Naka die Vorwürfe eingeräumt. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft kaufte er insgesamt rund 130.000 Aktien und erzielte beim späteren Verkauf einen Gewinn von mehr als 20 Millionen Yen. Das Verfahren richtet sich gegen die beschuldigten Einzelpersonen und nicht gegen Square Enix als Unternehmen.
