Ein Newsletter des Bloomberg-Journalisten Jason Schreier vom 10. Juli 2026 schildert die Lage in den Xbox-Teams nach der angekündigten Restrukturierung. Dass eine zweite Welle von Stellenkürzungen jederzeit kommen könne, habe zu Panik und Angst unter den Tausenden Beschäftigten des Unternehmens geführt, schreibt Schreier unter Berufung auf Insider. Die Xbox-Sparte hatte Anfang Juli rund 3.200 Stellenstreichungen und die Abgabe von vier Studios angekündigt.
Mangel an Informationen belastet die Belegschaft
Der genaue Zeitpunkt der nächsten Kündigungswelle sei bislang unklar, was die verbleibenden Entwickler zusätzlich belaste. Schreier zitiert Insider, wonach die verbleibenden Mitarbeiter aufgefordert würden, mit weniger Ressourcen mehr zu leisten. Wenn sie das nicht schaffen, fürchteten sie, dass dies als Grund für eine Entlassung in der nächsten Runde genutzt werden könne. Die Ungewissheit über den Zeitpunkt der nächsten Kürzungen erzeuge so einen Dauerdruck, dem die Belegschaft ausgesetzt sei.
Kürzungen auch bei externen Dienstleistern
Neben den internen Stellenkürzungen sei auch das Budget für externe Dienstleister um 50 Prozent reduziert worden, berichtet Schreier. Dadurch käme es zu Entlassungen bei Agenturen, die für Microsoft arbeiten. Ein Beispiel für die Auswirkungen solcher Änderungen sei IO Interactive, das sein Studio in Istanbul geschlossen habe und Project Fantasy nun selbst veröffentliche, nachdem eine Vereinbarung mit Xbox nicht zustande gekommen sei.
Unterschiedliche Auswirkungen auf einzelne Studios
Blizzard sei im Vergleich zum restlichen Xbox-Geschäft vergleichsweise gering von den Entlassungen betroffen, aber keineswegs entspannt. Bei Arkane Studios liefen derzeit Konsultationen nach französischem Arbeitsrecht. Das schwedische Studio MachineGames sei Berichten zufolge nicht betroffen. Verlagsbereiche und weitere Studios unter Xbox hätten ebenfalls Kürzungen vorgenommen, ohne dass dies offiziell bestätigt worden sei. Auch zum Personalbestand bei id Software gebe es widersprüchliche Berichte.
Ob die von Xbox-Chefin Asha Sharma als Neuausrichtung angekündigte Strategie das Unternehmen langfristig stabilisiert, ist ungewiss. Die laufenden Kürzungen betreffen auch die Vorbereitung auf die nächste Hardware-Generation, die unter dem Namen Project Helix geführt wird. Sharma hatte in ihrer internen Mitteilung erklärt, die Margen im Xbox-Geschäft lägen drei- bis zehnmal niedriger als bei der Konkurrenz.
